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Nikolaus Cusanus bleibt ein Aktivposten

Nikolaus Cusanus bleibt ein Aktivposten

Die Auftakt-Veranstaltung der "Kueser Gespräche" liegt nun auch in schriftlicher und gebundener Form vor. Im Mai 2010 wird die Reihe in Bernkastel-Kues fortgesetzt. Dann geht es um das weite Feld der Religionen.

Bernkastel-Kues. (cb) Welche Lehren können die Menschen des 21. Jahrhunderts aus den Lehren und Ansichten des Nikolaus Cusanus ziehen, der im 15. Jahrhundert (1401-1464) lebte? Viele, sagen Leute, die sich mit Leben und Werk des Kardinals, Philosophen und Mathematikers von der Mosel befassen.

Auch deshalb wurden im vergangenen Jahr die "Kueser Gespräche" ins Leben gerufen. Eine hochrangige Runde, der unter anderem der Präsident des Europaparlaments, Hans-Gert Pöttering, der ehemalige rheinland-pfälzische und thüringische Ministerpräsident Bernhard Vogel, der ehemalige SWR-Intendant Peter Voss und der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann angehörten, versammelte sich am 28. Juni 2008 in der St. Briktius-Kirche in Kues.

Unter der Leitung des Cusanus-Kenners Martin Thome diskutierten sie über "Europa gestalten — Das Erbe des Nikolaus von Kues" (der TV berichtete). Ideengeber der Veranstaltung waren der rheinland-pfälzische CDU-Vorsitzende Christian Baldauf und sein Parteifreund Alex Licht.

All das, was dort gesagt wurde, und einige weitere Aufsätze, sind in dem gleichnamigen ersten Band der "Kueser Gespräche" enthalten. In Anwesenheit von Bernhard Vogel wurde er am Freitag in der Akademie Kues vorgestellt. Beteiligt daran ist unter anderem die Konrad-Aden auer-Stiftung. Sie unterstütze das gerne, weil Cusanus in ihr Konzept passe, sagte Bernhard Vogel. Der Gelehrte liefere Grundlagen der europäischen Idee und für den Dialog der Religionen. "Es ist hocherfreulich, dass Cusanus reaktiviert wurde, denn er kann Antworten für die Gegenwart geben", sagte der ehemalige rheinland-pfälzische Landesvater.

Ulf Hangert, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, und Stadtbürgermeister Wolfgang Port, beide auch Mit her ausgeber des Buches, machten die Bedeutung von Cusanus für die Region deutlich. Es bestehe großes Interesse, die Gedanken des Universalgelehrten einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Resonanz auf die Premiere der "Kueser Gespräche" (circa 400 Zuhörer) zeuge von einem erfolgreichen Anfang.

Die Fortsetzung soll im Mai 2010 erfolgen. Harald Schwaetzer (Institut für Cusanusforschung) erläuterte das Thema: "Der Frieden im Glauben — heute?". Es gehe um den Dialog der Religionen untereinander, um deren Bedeutung in Europa und um religiösen Fundamentalismus.