Noch ein Mobilfunkmast?

MALBORN. E-Plus will bei Malborn einen Funkmast errichten, um sein Versorgungsnetz zu verbessern. Der Gemeinderat zeigt sich abwartend, stimmte aber der Aufnahme von Verhandlungen zu. Finanzieller Nutzen und mögliche gesundheitliche Belästigung sollen vorab analysiert werden.

Der Mobilfunk-Anbieter E-Plus ist weiter am Ausbau seines Netzes in der Region interes-siert. In Reinsfeld hat sich eine Bürgerinitiative gegen den Bau eines Funkmastes in Ortsnähe gebildet. Auch in Malborn plant E-Plus nun den Bau einer 30 Meter hohen Funkanlage. Es wäre nicht die erste im Ort, denn auf der Steinkopf-Halle ist bereits ein Mast für die Netze D1 und D2 montiert. E-Plus brachte einen Standort auf dem Sportplatz-Gelände, etwa 500 Meter vom Ortsrand entfernt, ins Gespräch. Darum hat der Mobilfunk-Anbieter sich zuerst an die Sportfreunde Malborn gewandt. Der Verein ist jedoch nur Pächter des Geländes in Gemeindebesitz. Bei der Gemeinderatssitzung im Gasthaus "Bremm" beriet der Ortsgemeinderat erstmals, wie in dieser Frage vorgegangen werden soll. Gemeinderatsmitglied Berthold Lang meinte: "Jeder will mit dem Handy telefonieren, aber keiner will so einen Mast." Um eine Situation wie in Reinsfeld zu verhindern, will Ortsbürgermeisterin Gabriele Neurohr Informationen über die umstrittene Gesundheitsgefahr der Strahlenbelastung durch Mobilfunkantennen einholen. Einstimmig beschloss der Gemeinderat, Verhandlungen mit dem Frankfurter Subunternehmer von E-Plus aufzunehmen. Bei diesen Verhandlungen dürfte es auch um finanzielle Fragen gehen. Das Angebot beträgt 2500 Euro pro Jahr, die an die Gemeinde als Grundstücksei-gentümer gehen würden. Die Sportfreunde Malborn wün-schen jedoch eine Beteiligung an diesen Einnahmen, sollte der Mast auf dem von ihnen ge-pachteten Gelände errichtet werden. Der Vereinsvorsitzende Stefan Philipp hat dabei insbe-sondere anstehende Ausgaben für das Gelände im Sinn: "Da muss einiges gemacht werden. Ich stehe dem Funkmast positiv gegenüber, wenn für den Verein was dabei rausspringt." Unabhängig davon, wie die Einnahmen verteilt würden, wären sie für Malborn ein Tropfen auf den heißen Stein. In der Gemeinderatssitzung erfolgte auch der Bericht der Rechnungsprüfer zum Haushalt 2005. Das Jahresdefizit lag bei 138 000 Euro. Ein weiteres Thema der Sitzung war der Zustand des Kindergartens in Malborn. "Die Reparatur des Daches ist dringend, kann jedoch derzeit nicht vorgezogen werden", sagte Bürgermeisterin Neurohr. Stattdessen einigte sich der Gemeinderat auf eine provisorische Lösung bis zum Sommer. Dann soll die Sanierung des Kindergartens beginnen. In dieser Zeit wird der Kindergarten in den Mehr-zweckraum der Steinkopfhalle verlegt.