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Noch fließt kaum Geld aus dem Bildungspaket

Noch fließt kaum Geld aus dem Bildungspaket

Von der Klassenfahrt bis zum Mitgliedsbeitrag im Sportverein: Anträge auf Zuschüsse für 348 Kinder aus dem sogenannten Bildungs- und Teilhabepaket sind bereits bei der Kreisverwaltung eingegangen - aber noch nicht genehmigt. Besonders gefragt ist Geld fürs Mittagessen.

Bernkastel-Wittlich. Das Ziel: Arme Kinder sollen aus der Gesellschaft nicht ausgeschlossen werden und die gleichen Bildungschancen erhalten. Das Mittel: das Bildungs- und Teilhabepaket, Ende Februar vom Bundesrat als ein Baustein der Hartz-IV-Reform verabschiedet. Es sieht Unterstützung in Form von Gutscheinen oder Zuschüssen für 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland vor, deren Eltern Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld, Sozialhilfe, den Kinderzuschlag oder Wohngeld erhalten.
Es hat einige Monate gedauert, doch so langsam kommt die Maschinerie ins Rollen. Bei der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich sind seit Mai bereits Anträge auf Leistungen für 348 Kinder eingegangen. Für einige Kinder haben die Eltern gleich mehrere Anträge gestellt - beispielsweise für das Mittagessen in der Grundschule und die Kosten für einen Schulausflug. Zudem wurden 450 Anträge beim Jobcenter gestellt. An das Jobcenter wenden sich Eltern, die als Langzeitarbeitslose sogenannte Hartz-IV-Leistungen beziehen. An die Kreisverwaltung oder die örtlichen Sozialämter wenden sich die Bezieher von Wohngeld, Sozialhilfe oder Kindergeldzuschlag.
Anfang Mai hatte die Kreisverwaltung 325 Familien angeschrieben, die Wohngeld erhalten und daher für Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket infrage kommen. "Davon haben bisher 179 Familien Anträge für ihre Kinder gestellt, also etwas mehr als die Hälfte", sagt Mike Winter, Sprecher der Verwaltung. Eine Aufschlüsselung, für welche Leistungen genau die Eltern Geld bekommen wollen, liegt der Verwaltung noch nicht vor.
Jobcenter zahlt bereits


Im Vulkaneifelkreis hatten bis Mitte Mai etwa 13 Prozent der Berechtigten einen Antrag gestellt. Bundesweit wurde in den vergangenen Wochen häufig kritisiert, dass die Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket zu wenig abgerufen würden.
Bisher hat die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich noch keine Anträge bewilligt, sagt Winter - deshalb sei auch noch kein Geld geflossen. "Wir sind aber zuversichtlich, dass noch im Laufe des Monats Juli mit der Bearbeitung begonnen und das Gros der bislang vorliegenden Anträge bis Ende August bearbeitet werden kann." Das Jobcenter habe bereits über 250 Anträge entschieden und teilweise direkt Geld ausgezahlt. Am meisten gefragt sind Zuschüsse für das Mittagessen an der Kita oder in der Schule. An zweiter Stelle steht die Nachfrage von sozialen und kulturellen Angeboten, gefolgt von Zuschüssen für Klassenfahrten. Künftig erhalten Kinder und Jugendliche Zuschüsse für Lernmaterialien und Beförderungskosten, wenn sie eine weiterführende Schule besuchen. Außerdem kann bei Bedarf Nachhilfe bezahlt werden. Bis zu zehn Euro gibt es für Vereinsmitgliedschaften oder beispielsweise die Musikschule. Zweimal jährlich gibt es einen Zuschuss für Lernmaterial. Die Kosten für Ausflüge sowie Klassenfahrten werden erstattet sowie - bis auf einen Euro - die des gemeinsamen Mittagessens in Kita, Hort oder Schule. Das Bildungspaket gilt für Kinder und Jugendliche bis 25 Jahre. Ausnahme sind die Leistungen zum Mitmachen in Kultur, Sport und Freizeit - hier liegt die Altersobergrenze bei 18 Jahren. Die Gesetze gelten rückwirkend zum 1. Januar 2011. uq