Kommunalpolitik: (Noch) kein Gegenkandidat in Sicht

Kommunalpolitik : (Noch) kein Gegenkandidat in Sicht

Rund 90 000 Menschen im Kreis Bernkastel-Wittlich haben am Sonntag, 25. November, die Möglichkeit, einen neuen Landrat zu wählen. Doch es spricht vieles dafür, dass der alte auch der neue ist: Gregor Eibes.

Die CDU hat sich bereits entschieden: Beim Kreisparteitag Mitte März wurde Gregor Eibes zum CDU-Kandidaten für die Amtszeit 2019 bis 2027 gekürt. Gibt es denn einen Gegenkandidaten zum 58-jährigen Familienvater aus Gutenthal, Einheitsgemeinde Morbach? Einer, der es wissen muss, ist der erste Beigeordnete Alexander Licht. Denn er ist in Personalunion Kreiswahlleiter. Offiziell habe noch niemand eine Bewerbung abgegeben. Aber dafür ist schließlich auch reichlich Zeit. Die Frist für die Kandidatur läuft erst am 8. Oktober ab. Die Linke hat sich bereits festgelegt: Der Verband im Kreis Bernkastel-Wittlich wird keinen eigenen Herausforderer nominieren. Das macht der Vorsitzende Dave Koch deutlich. „Wir wollen zunächst bei der Kommunalwahl im kommenden Jahr unsere Position stärken.“

Derzeit sei man mit lediglich einem Mandat im Kreistag vertreten. Koch sieht eher die SPD, die die zweitstärkste Fraktion im Kreistag stellt, in der Pflicht. Doch auch dort ist kein Herausforderer in Sicht. „Die Sozialdemokraten werden voraussichtlich keinen Gegenkandidaten stellen“, sagt die Kreisvorsitzende Bettina Brück auf TV-Anfrage. „Wir möchten den Schwerpunkt unserer Arbeit darauf legen, eine möglichst gute Oppositionsarbeit im Kreistag zu leisten.“

Das Ziel: bei der Kommunalwahl im kommenden Jahr im Kreis an Stimmen zuzulegen und Sitze hinzuzugewinnen. Zudem dränge sich derzeit kein Herausforderer aus den Reihen der SPD auf. Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen.

Bei den Freien Wählern ist alles klar. „Wir haben in einer Mitgliederversammlung beschlossen, keinen eigenen Kandidaten aufzustellen“, sagt Norbert Kraff, FWG-Fraktionsvorsitzender und Vorsitzender des Vereins der Freien Wähler. Aus seiner Sicht mache ein eigener Kandidat bei einer kleinen Gruppierung wie der FWG nur Sinn, wenn man entweder einen sehr schwachen Landrat habe, einen, der nicht mehr kandidiere oder man selbst einen „Knaller“ in petto habe. Doch alle drei Punkte treffen aus seiner Sicht nicht zu.

„Konkurrenz belebt das Geschäft“, sagt Frank Klein (FDP). In einer Demokratie sei es grundsätzlich positiv, wenn es eine Auswahlmöglichkeit gibt, betont der Kreisvorsitzende der Liberalen. In der vergangenen Woche hat sich der Kreisvorstand mit dem Thema beschäftigt. Zum Ergebnis erklärt Klein: „Nach jetzigem Kenntnisstand schicken wir niemanden ins Rennen.“

Bei Bündnis 90/Die Grünen entscheidet die Mitgliederversammlung, ob ein Kandidat zur Landratswahl vorgeschlagen wird. Das teilt deren Sprecherin Birgit Alt-Resch dem TV auf Anfrage mit. Der Vorstand und die Kreistagsfraktion haben sich mit der Frage beschäftigt und werden „im September den Vorschlag unterbreiten, keinen eigenen Kandidaten zu nominieren“.

Auch bei der ÖDP ist die Frage noch offen. „Wir sind noch in der Entscheidungsfindung“, versichert der Kreisvorsitzende Johannes Schneider.

Mitbewerber, ja oder nein – wie steht der Amtsinhaber dazu? Eibes: „Eine Demokratie lebt vom Wettstreit der Ideen und Köpfe. Daher begrüße ich es grundsätzlich, wenn die Bürgerinnen und Bürger bei einer Wahl tatsächlich eine Auswahl haben.“ Gleichzeitig freue er sich, wenn seine Kandidatur von einer sehr breiten Basis mitgetragen werde.

Werden die rund 90 000 Wahlberechtigten denn nun am 25. November die Qual der Wahl haben? Abschließend lässt sich das jetzt nicht sagen. Bei mehreren Gruppierungen ist die Frage nicht geklärt. Und es gibt für Einzelpersonen schließlich immer noch die Möglichkeit, als Parteiloser anzutreten.

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