Noch keine Weichen gestellt

HERMESKEIL/MORBACH. Erste Ergebnisse der Machbarkeitsstudie von Studierenden der Technischen Universität (TU) Kaiserslautern: Technisch sind trotz des ungewöhnlichen Streckenprofils Draisinenfahrten auf der Hunsrückbahn-Strecke Morbach - Hermeskeil möglich. Eine Vorentscheidung für die Art der Schienennutzung fiel noch nicht.

Ein Plädoyer für die Draisine hielten die Studierenden der Technischen Universität Kaiserslautern im Hermeskeiler Rathaus nicht. Vielmehr stellten sie alternative Entwicklungsmöglichkeiten für die stillgelegte Strecke vor. Neben der Draisine hatten sie die Möglichkeiten für einen Wanderweg, einen Radweg und eine historische Eisenbahn untersucht.Entscheidung zu einem späteren Zeitpunkt

"Mehr wollten wir zu diesem Zeitpunkt nicht", erklärte Christian Schreiner, einer der Studierenden. Die Entscheidung für eine der Alternativen oder eine Kombination mehrerer Varianten soll erst zu einem späteren Zeitpunkt fallen. Doch umsonst war weder die Arbeit der jungen Leute, noch die Zwischenpräsentation in Hermeskeil. Denn eine zentrale Frage, die die drei Bürgermeister aus Morbach, Thalfang und Hermeskeil besonders interessiert hatte, ist beantwortet. Aufgrund des ungewöhnlichen Streckenprofils hatte es im Vorfeld Bedenken gegeben, ob Draisinenfahrten auf der 32 Kilometer langen Strecke technisch überhaupt möglich seien. Das eindeutige Ergebnis: Sie sind möglich. Ganz selbstverständlich war dies nicht: Denn das Modell, das beispielsweise im Glantal von Altenglan nach Staudernheim im Kreis Kusel fährt, würde die Steigungen im Hunsrück nicht packen. Aber die angehenden Raum- und Umweltplaner hatten sich auch andere Modelle angeschaut. Im Extertal bei Rinteln fährt ein Modell mit Sieben-Gang-Schaltung. Das würde auch die Steigungen im Hunsrück bewältigen. Zuvor hatte Michael Hülpes, VG-Bürgermeister von Hermeskeil, auf die Bedeutung der Studie hingewiesen: "Uns ist Ihre Arbeit so wichtig, dass wir nicht aus dem Streckensicherungsvertrag aussteigen wollten, bevor die Ergebnisse vorliegen." Zumindest vorläufig seien Kreise und Kommunen eingesprungen. Die Brisanz ist auch den Studierenden bewusst. Ist die Strecke erst entwidmet, bedarf es eines Planfeststellungsverfahrens, um die Strecke wieder in Betrieb zu nehmen. Besonders problematisch: Nach neuem Recht seien keine niveaugleichen Bahnübergänge, wie sie im Hunsrück vorherrschen, mehr möglich. Deutliche Kritik übte sein Amtskollege in Morbach, Gregor Eibes, am Vorgehen des Landes, das aus dem Streckensicherungsvertrag wegen des Anscheins eines Risikos habe aussteigen wollen: "Wenn wir so vorgehen, kriegen wir gar nichts mehr auf die Beine." Prof. Hans Dennhardt, der die Studierenden begleitete, machte auf die Erfolgsgeschichte im Glantal aufmerksam. Das Projekt war ebenfalls von der TU Kaiserslautern begleitet worden. Die Orte parallel der Strecke würden immens profitieren. Dennhardt nahm die Anregung von Herbert Schindler, dem Leiter der Tourist-Information Hermeskeil, auf, mit den Touristik-Fachleuten im Rahmen der Studie zusammenzuarbeiten.