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Noch Platz für einen weiteren Neubau

Noch Platz für einen weiteren Neubau

Es gibt noch Baulücken in Wittlich. Eine befindet sich hinter dem als griechisches Restaurant und Hotel betriebenen Deutschen Haus nahe dem Fürstenhof. Sie soll mit einem Wohn- und Geschäftshaus geschlossen werden. Das Hunsrücker Unternehmen Herlach, bekannt durch das Lieserdomizil, plant das Projekt.

Wittlich. Es ist so breit wie drei Einfamilienhäuser und hat allein im Erdgeschoss 487 Quadratmeter zu bieten, davon rund 180 für eine Praxis und 170 für ein Büro, der Rest sind Nebenflächen etwa für Eingang oder Aufzug. Der führt in ein Obergeschoss mit 327 und ein Dachgeschoss mit 245 Quadratmetern: Hier kann man künftig nahe dem Stadtzentrum wohnen, wenn es so kommt wie das Hunsrücker Architektur- und Ingenieurbüro Ingolf Herlach plant.
Die Firma ist in Wittlich bekannt. Sie hat mitten in der Stadt an der Feldstraße das Lieserdomizil errichtet. Nun also wieder ein Wohn- und Geschäftshaus: Fast 34 Meter lang, 14 Meter breit und zweigeschossig mit Staffelgeschoss soll das Projekt werden. Drumherum werden Parkplätze angeordnet. Das Ganze liegt je nach Perspektive relativ versteckt: Wer von der Autobahn kommt und über die Kurfürstenstraße in Richtung Innenstadt fährt, nimmt die schmale Einfahrt direkt am Deutschen Haus, das das Restaurant Akropolis und ein Hotel beherbergt, kaum wahr. Immerhin ist dieses alte Gebäude aus dem Jahr 1903 ein Kulturdenkmal und stadtbildprägend wegen seines markanten Walmdachs und der Neurenaissancemotive.
Dahinter streckt sich in Längsrichtung auf rund 2680 Quadratmetern ein Gelände, das die Investoren nutzen wollen. Eine beliebte Gegend für große Projekte. In unmittelbarer Nachbarschaft steht längst der Fürstenhof und wurde gerade Baustoffe Thiel abgerissen, um ebenfalls einem Investorenprojekt zur gewerblichen Nutzung Platz zu machen.
Die größten Folgen hat das unter anderem für die Nachbarschaft im Wohngebiet. Der nun geplante Neubau ist von den dahinter liegenden Häusern im Sehlemet sichtbar und für den, der von dort kommend am Fürstenhof gen Innenstadt geht. Bislang sieht man hinter dem Deutschen Haus nur eine lang gestreckte Garagenzeile: Genau dahinter würde sich der Bau einmal erheben. Und wer oben wohnt, kann naturgemäß in die Gärten der Wittlicher schauen, die jahrzehntelang vor Einblicken geschützt waren.
Neben der Praxis und dem Büro im Erdgeschoss sollen noch sechs barrierefreie Wohnungen untergebracht werden. Da das Vorhaben die bislang festgesetzten Baufenster im Erdgeschossbereich einmal um 2,50 Meter und einmal um einen Meter überschreite, so steht es in den Unterlagen, musste der Bau- und Verkehrsausschuss nochmals zustimmen. In der Vorlage steht dazu aus Sicht der Verwaltung: "Aus planungsrechtlicher Sicht bestehen gegen die geplante Bebauung keine Bedenken." Die Abweichung sei städtebaulich vertretbar. Der Bau- und Verkehrsausschuss hat zugestimmt. Von seiten der Verwaltung hieß es, man erinnere sich nur an eine Frau, die bei der Offenlage der Pläne Einwendungen gehabt habe. Es gebe anschließend an die fünf Meter tiefen Parkplätze noch einen 7,50 Meter langen Gehölzstreifen bis zu den Wohngrundstücken am Sehlemet, alles sei bebauungsplankonform.