Notfallpass für Drogenkranke

Damit Ersthelfer wissen, wie Suchtkranken im Ernstfall geholfen werden kann, gibt es jetzt den neuen Drogennotfallpass. Die Suchtberatung des Caritasverbands Mosel-Eifel-Hunsrück hat ihn in Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes entwickelt.

Wittlich. Auch in unserer Region liest man immer wieder davon, dass Menschen durch Drogenkonsum gestorben sind. Einigen hätte geholfen werden können.
Der Drogennotfallpass bietet eine Hilfestellung, wie man sich bei den häufigsten Komplikationen verhalten sollte. Kurz und knapp sind einige Tipps zu den Themen Notruf, Überdosis, Bewusstlosigkeit, Hitzschlag, Krampfanfall, Kreislaufproblemen oder einem Horror-Trip beschrieben. Natürlich kann ein Faltblatt keinen Erste-Hilfe-Kurs ersetzen, aber es kann vorhandenes Wissen festigen und eine gewisse Sicherheit vermitteln.
Drogenkonsumenten rufen im Notfall nicht immer den Rettungsdienst, weil sie Angst haben, dass es deshalb Ärger mit der Polizei und wegen der Kosten geben könnte. Insbesondere vor diesem Hintergrund zeigt der Pass grundsätzliche Informationen zum Notruf auf. In diesem Zusammenhang wird unter anderem verdeutlicht, dass bei Verständigung des Notarztes erst vor Ort nähere Informationen zu den Drogen weitergegeben werden müssen. Aufgrund der ärztlichen Schweigepflicht wird der Arzt nicht die Polizei verständigen. Der Drogennotfallpass stellt zudem klar, dass bei falschem Alarm keine Kosten anfallen. Der Drogennotfallpass wurde den Kooperationspartnern zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen zu dem Flyer können sowohl Drogenkonsumenten als auch Interessierte bei der Suchtberatung des Caritasverbands Mosel-Eifel-Hunsrück erfahren.
Im Jahr 2010 gab es fünf Drogentote im Kreis Bernkastel-Wittlich. red