Notizen, Zeitungsartikel, Totenzettel und Fotos

Notizen, Zeitungsartikel, Totenzettel und Fotos

Der Wittlicher Carl Nels hat die Verhältnisse und Geschehnisse in Wittlich in den Kriegsjahren 1914 bis 1916 geschildert. Er hat Zeitungsausschnitte und Fotos gesammelt. Über das beeindruckende Dokument hält Albert Klein im September einen Vortrag.

Wittlich. Eine Veranstaltungsreihe des Kulturamts der Stadt Wittlich erinnert an den Beginn des Ersten Weltkriegs am 1. August 1914 vor 100 Jahren. Albert Klein hält am Donnerstag, 11. September, 19 Uhr, in der Kultur- und Tagungsstätte Synagoge, Himmeroder Straße, einen Vortrag über das Wittlicher Kriegstagebuch 1914 nach der Chronik von Carl Nels.Aus dessen Feder hat sich ein Augenzeugenbericht erhalten, der die Überschrift "Die ersten Kriegstage in Wittlich" trägt. Tatsächlich beschreibt er aber die Verhältnisse in Wittlich bis Mitte Oktober des Jahres 1916. Veröffentlicht hat Nels das Tagebuch in der von ihm herausgegebenen "Wittlicher Zeitung". Klaus Petry zitiert diese Texte im Band III der "Wittlicher Geschichte". Dort ist Albert Klein bei der Suche nach Wittlicher Material zum Ersten Weltkrieg auf das Tagebuch gestoßen. Die Suche hat sich gelohnt, denn mit Nels wurde ein unmittelbarer Zeitzeuge gefunden, der aus seinem subjektiven Erleben heraus die Ereignisse, wie er sie damals gesehen und erlebt hatte, schildert. So entsteht ein beeindruckendes Bild von Wittlich in den ersten drei Kriegsjahren. Carl Nels gründete 1891 eine Buchdruckerei in Wittlich. Daneben betrieb er einen Zeitungsverlag und gab die Wittlicher Zeitung von 1884 bis 1914 und von 1922 bis 1925 heraus. Er gliederte dem Betrieb ein Schreibwarengeschäft an, das bis heute besteht. Nels verstand sich als Chronist. Man verdankt ihm zahlreiche Schriften zur Wittlicher Geschichte.Das Original-Tagebuch ist in gutem Zustand. Es beginnt 1914 mit täglichen Eintragungen. Gut 200 Seiten hat Nels mit handschriftlichen Notizen, Zeitungsausschnitten, Totenzetteln und Fotos gefüllt. Auch die tägliche Wetterbeobachtung gehört zum Standard des Buches. Da Albert Klein das Original-Tagebuch dank des Nels-Enkels Franz-Richard Nels auswerten konnte, werden in seinem reich bebilderten Vortrag auch bisher unveröffentlichte Teile des Buches zitiert. Der Eintritt ist frei. red volksfreund.de/wk1