Null Bock auf Arbeitslosigkeit

In den Kreisen Vulkaneifel und Cochem-Zell gibt es bereits Ausbildungspatenschaften. An der Realschule plus Traben-Trarbach ist jetzt ebenfalls ein solches Projekt an den Start gegangen. Gesucht werden Menschen, die Jungen und Mädchen im Übergang von der Schule zum Beruf ein Stück begleiten und unterstützen.

Traben-Trarbach. Pensionär Wolfgang Sarnes aus Traben-Trarbach ist 72 Jahre alt. Über 40 Jahre war er in der Verwaltung der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach tätig, zuletzt als Leiter des Sozial- und Ordnungsamtes. Sarnes ist bekannt in der Region Mittelmosel, und er wiederum kennt viele. Unter anderem Inhaber von großen und kleinen Betrieben. Seine Erfahrungen und Beziehungen will er ab diesem Herbst nutzen — als Ausbildungspate für Schulabgänger der Realschule plus Traben-Trarbach. Vielleicht kann er den einen oder anderen Schüler, der sich bei der Lehrstellensuche schwertut, "unterbringen".

Wie er hat sich auch Wolfgang Altmann aus Traben-Trarbach bei einer Informationsveranstaltung, bei der das Gemeinschaftsprojekt "Ausbildungspaten gesucht" vorgestellt wurde, bereits angemeldet, um jungen Menschen den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern. Der ehemalige Kriminalbeamte kennt so manche Probleme, er lernte schwierige Familienverhältnisse kennen, und er dachte oft: "Was soll aus diesen Kindern nur mal werden?"

Ausbildungspaten wie Sarnes und Altmann — viele von ihnen stehen noch mitten im Berufsleben — begleiten die jungen Menschen eine Zeit lang bei der Ausbildungsplatzsuche, geben Tipps oder helfen da, wo es nötig ist — sei es beim Erstellen der Bewerbungsunterlagen oder bei der Vorbereitung auf ein gutes Vorstellungsgespräch.

Das nun an der Realschule plus Traben-Trarbach gestartete Projekt kommt erstmals Schülern der Abschlussklassen 2011 zugute. Gesucht werden noch weitere ehrenamtliche Paten, die ab Ende September dieses Jahres zunächst an fünf Abenden geschult werden und dann im Oktober/November ihre "Patenkinder" kennenlernen. Etwa 75 Jungen und Mädchen werden im kommenden Jahr die Realschule plus verlassen, etwa die Hälfte wird auf eine weiterführende Schule gehen, die andere Hälfte strebt eine Ausbildung an. Schulleiter Gunnar Teuchner rechnet damit, dass etwa 20 von ihnen das Angebot eines Ausbildungspaten annehmen werden.

Schirmherr des Projekts ist der Traben-Trarbacher Fernseh-Schauspieler und Moderator Stefan Bockelmann. Er sagt: "Ich weiß aus eigener Erfahrung und aus dem elterlichen Betrieb, wie wichtig eine fundierte Ausbildung für die Zukunft ist. Alle Jugendlichen verdienen eine echte Chance auf Ausbildung."EXTRA Ausbildungspate: Wer Interesse an einer Patenschaft hat, kann sich melden beim Dekanat Wittlich, Auf'm Greifen 12, 54516 Wittlich, Telefon 06571/146940, Ansprechpartner: Gregor Lauterbach, E-Mail: gregor.lauterbach@bistum-trier.de oder beim Caritasverband, Geschäftsstelle Wittlich, Kurfürstenstraße 6, 54516 Wittlich, Telefon 06571/9150, Ansprechpartnerin: Ulrike Jung-Ristic, E-Mail: jung-ristic.ulrike@caritas-wittlich.de Die Patenschaft beginnt in der Regel mit Anfang des letzten Schuljahres und endet mit Beginn der Ausbildung. Paten erhalten Einführungsseminare. Es besteht ein regelmäßiger fachlicher Austausch. Die Patenschaft ist ehrenamtlich, die Paten erhalten eine kleine Aufwandsentschädigung. (sim)