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Null Promille am Steuer sind "cool"

Null Promille am Steuer sind "cool"

Einer bleibt nüchtern, fährt seine Kumpels von der Kneipe nach Hause und wird dafür vom Wirt belohnt: "BOB" heißt eine neue Aktion der Polizei Zell, um junge Fahrer davon abzuhalten, sich betrunken ans Lenkrad zu setzen.

Zell/Traben-Trarbach. Junge Autofahrer zwischen 18 und 24 Jahren sind an Verkehrsunfällen mit Schwerverletzten und Toten mit mehr als 30 Prozent beteiligt. Und oft ist dabei Alkohol im Spiel. Jeder dritte Unfall unter Alkoholeinfluss im Jahr 2007 wurde durch diese Risikogruppe verursacht. Mehr als die Hälfte davon hatte mehr als 1,1 Promille im Blut.

Erstmals in Rheinland Pfalz startet das Polizeipräsidium Trier und damit auch die Polizeiinspektion Zell, die auch die Verbandsgemeinde Traben-Trarbach betreut, die Verkehrssicherheitskampagne "BOB - Nüchtern ist cool!" gegen Alkohol am Steuer. Wer nüchtern bleibt und sich bereit erklärt, seine Freunde nach dem Kneipenbesuch nach Hause zu fahren, erhält als Belohnung alkoholfreie Getränke zum Nulltarif oder mit Preisnachlass vom Gastronomen. Dadurch sollen die Fahrer, aber auch die Beifahrer dazu angeregt werden, Verantwortung gegenüber den anderen zu übernehmen. "BOB" ist derjenige, der seine Freunde sicher nach Hause bringt. "BOB" ist dann nicht mehr Verlierer, sondern Vorbild.

Und das geht so: Der Fahrer zeigt in der Gaststätte seinen Autoschlüssel mit dem "BOB"-Schlüsselanhänger oder -Schlüsselband vor. Damit verpflichtet er sich, keinen Alkohol zu trinken, Verantwortung zu übernehmen und seine Mitfahrer sicher nach Hause zu bringen. Die bei "BOB" teilnehmenden Gastronomiebetriebe zeigen sich großzügig, der Fahrer bekommt ein oder zwei alkoholfreie Getränke kostenlos oder Rabatte auf Alkoholfreies. "BOB"-Lokale sind an einem Schild am Eingang oder an der Theke erkennbar. Alle teilnehmenden Gaststätten werden im Internet veröffentlicht. Die Wirte gehen dadurch keine Bindung oder einen Vertrag ein. "BOB" kann jeder sein, jung oder alt, männlich oder weiblich. Insbesondere sollen aber die jungen Fahrer angesprochen werden. Auch Mädchen und junge Frauen sollen gewonnen werden, weil sie bekanntlich ganz besonderen Einfluss auf das Verhalten männlicher Jung-Fahrer ausüben.

"BOB" ist keine Suchtprävention. Bei diesem Konzept geht es nur darum, dass der Fahrer nüchtern bleibt und seine Freunde sicher nach Hause bringt. "Die Mitfahrer sollen ihn sogar darin bestärken, an diesem Abend standhaft zu bleiben", sagt Verkehrsberater Hugo Mähser von der Zeller Polizei.

Die ersten "BOB"-Lokale im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Zell wurden von Mähser mit dem Starterkit ausgerüstet. Otto Kallfelz, Betreiber der Gaststätte "Schlosskeller" in Zell: "Ein in jeder Hinsicht unterstützenswertes Konzept! Es sollten sich möglichst viele Gaststätten an der Aktion beteiligen", so Kallfelz.

"BOB" ist übrigens keine Abkürzung, sondern ein reiner Fantasiename. Der Ursprung der Aktion liegt in Belgien, wo sie inzwischen bei 90 Prozent der Bevölkerung bekannt ist. Deutsche Polizeipräsidien, wie etwa Mittelhessen, verzeichneten nach der Einführung der Aktion deutlich sinkende Unfallzahlen junger Fahrer.

Falls weitere Wirte Interesse haben, sich an der Aktion zu beteiligen, können die Starterkits von der Polizeiinspektion Zell übergeben werden. Genauso können Fahrerinnen und Fahrer, die "BOB" sein wollen, die entsprechenden Schlüsselanhänger von der PI bekommen. Infos bei der Polizei Zell,Telefon 06542/986 70, und auf www.bob-trier.de.