Nun ist Erfindergeist gefordert

In Zeltingen-Rachtig kann noch in diesem Jahr ein Jugendparlament gewählt werden. Viele junge Leute erklärten sich bereit, das Projekt aktiv zu begleiten. Und sie bringen viele Ideen ein.

Zeltingen-Rachtig. Allein die Beteiligung spricht für sich. Etwa 45 Jugendliche sind ins Kelterhaus Schorlemer gekommen, um sich über die Möglichkeiten eines Gemeinde-Jugendparlaments zu informieren. Dass sich davon im Anschluss etwa 20 in eine Liste eintragen und damit ihre aktive Mitarbeit anbieten, übertrifft aber selbst kühnste Erwartungen. Dabei hat Ortsbürgermeister Manfred Kappes zuvor keinen Hehl daraus gemacht, dass es nicht darum gehe, der Jugend "etwas vorzusetzen". Sie sollten schon selbst Verantwortung tragen (der TV berichtete). Junge Leute haben klare Ziele vor Augen

Jugendpfleger Guido Moll, der auf die Besonderheit eines "Jugend-Gemeinderates" hinweist, betont: "Ihr müsst das zu einem guten Teil schon selbst erfinden." Doch die jungen Leute haben bereits klare Ziele vor Augen. Zwar melden sich nur wenige zu Wort. So etwa zwei junge Männer, die auf einen konfessionsunabhängigen Jugendraum hoffen, der aber nicht mitten im Dorf sein sollte. Erste eigene Anläufe hätten gezeigt, dass es nur Probleme mit den Nachbarn gebe. Weit mehr Anregungen werden auf die von Moll verteilten Kärtchen eingetragen. Die Vorschläge reichen vom "vernünftigen" Bolzplatz bis zum Wunsch, aktiv zu werden "gegen die Flyer-Aktion der NPD". Gleich zweimal wird zudem ein Jugendraum zwischen den Ortsteilen Zeltingen und Rachtig angeregt: "Für mehr Zusammenhalt", wie auf einer Karte steht. Ortsbürgermeister zeigt sich beeindruckt

Weitere Vorschläge sind "Kino oder Kinoabende", ein "Menschenkicker" (Tischfußball mit Personen) und natürlich Partys. Mehrfach tauchen Fußball-, Bolz- und Volleyballplatz auf, für die es sogar konkrete Vorschläge gibt. Manches wäre mit Kosten für die Gemeinde verbunden. Laut Jugendpfleger hat es sich allerdings bewährt, Jugendparlamenten eine finanzielle Grundausstattung zuzugestehen. Das Jugendparlament der VG Bernkastel-Kues könne jährlich über 5000 Euro verfügen.Manfred Kappes ist von der Resonanz beeindruckt. Er sei davon ausgegangen, erst noch überzeugen zu müssen. Doch die jungen Leute seien wirklich interessiert und hätten wohl die Chance erkannt, etwas bewegen zu können. Dazu dürften auch zuvor aufgezeigte Erfolge des Jugendparlaments der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues beigetragen haben. Als Beispiel nennt Beigeordneter Leo Wächter das Mosel-Kino in Bernkastel-Kues. Doch auch die 25-prozentige Beteiligung bei der jüngsten Jupa-Wahl habe gezeigt, dass Jugendliche bereit sind, sich einzubringen. Wann die Wahl zum Jugendparlament stattfindet, steht noch nicht fest. Ortsbürgermeister Manfred Kappes hatte sie im Vorfeld des Treffens für dieses Jahr angekündigt.