Nur der Montag ist vereinsfrei

MONZELFELD. Mit Grundschule und Kindergarten sowie Gewerbe, Dienstleistungen und Einkaufsmöglichkeiten hat das Dorf am Hunsrückrand Einiges zu bieten. Junge Familien wie Neubürger wissen das zu schätzen.

Zentrale Lage, intakte Dorfgemeinschaft, familiengerechte Infrastruktur - gute Gründe für Familie Schell, sich in Monzelfeld wohl zu fühlen. "Wir wohnen hier schon sehr gut", beurteilt Familienvater Marco die Lage nur sechs Kilometer von Bernkastel-Kues entfernt.Zweiter Spielplatz wäre nicht schlecht

Arbeiten, Arztbesuch oder Einkaufen - für die Hunsrückgemeinde alles kein Problem. Von den guten Verbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln profitieren Erwachsene und Kinder. Wer ist sonst schon in einer viertel Stunde in der Schule? Zur Grundschule können die Kinder sogar zu Fuß gehen. Ebenso zum Kindergarten. In der Freizeit geht's auf den Spielplatz.Einem zweiten Spielplatz direkt im Neubaugebiet wäre die Familie trotz der Geräte am Kindergarten nicht abgeneigt. Die älteren Kinder nutzen Jugendraum und Bürgerhalle, deren Turnhalle ist für alle da.So auch fürs Senioren- und Kinder-Turnen, Tanzen und Gymnastik. "Bei uns ist noch sehr viel Leben im Dorf", freut sich Marion Schell. Den Wegzug aus Haag hat sie daher nie bereut: "Ich fühl' mich hier sehr wohl." Vor allem "vereinsmäßig" werde viel geboten. Angefangen bei den Musikern, deren zweiter Vorsitzender Marco Schell ist, und dem Karnevalsverein. In diesem sind in der Faschings-Hochburg vom Großvater bis zum Kleinkind "alle schwer aktiv". Daneben spielen Sport- und Heimatverein im Leben der Schells eine Rolle.Nur Nesthäkchen Dominik ist "nur" in der Krabbelgruppe. Im Theater hat Marco Schell auch schon gespielt, und Marion engagiert sich in Kirchenchor, Pfarrgemeinderat und Familienkreis. Bleiben noch Frauengemeinschaft, Gesangverein und Feuerwehr. Sebastian will in die Jugendfeuerwehr: "Ich möchte helfen, wenn Bäume auf die Straße gekippt sind", erklärt der Sechsjährige."Der Montag ist der einzige Tag, an dem wir nix haben", stellt Marco Schell lachend fest und ist froh, ein solch großes Angebot zu haben. Der Kontakt innerhalb der Gemeinde ist beiden sehr wichtig. "Sonst stirbt das Dorf ja aus", meint Marion Schell. Man verliere sich sonst schnell aus den Augen - zumal so viel gebaut werde. 60 Häuser seit Ende der 90er schätzt sie.Vereins-unabhängige Treffpunkte für die Monzelfelder sind die beiden Friseurläden, das Lebensmittelgeschäft mit Metzgerei und Bäckerei oder der Getränkemarkt. "Das ist nicht schlecht, wenn wir so etwas noch haben", sagt Schell und nennt auch drei Wirtschaften - allesamt mit Speisegaststätte. Post und Sparkasse haben sich dagegen zurückgezogen.Eine Entscheidung, die wegen der Vielzahl der Gewerbebetriebe im Ort bedauerlich ist. Zwei Metallbauer, Computer-Steuerung, drei Schreinereien, Malerbetrieb, Schlosser, Gärtnerei und Autohaus sind in der Gemeinde unter anderem ansässig. Dazu laut Ortsbürgermeister Wolfgang Stein neben dem Lebensmittelgeschäft - über dessen Inhaber er sagt: "Wir sind froh, dass wir sie haben" - etliche Ein-Mann-Betriebe. Bei der Gewerbeschau vor zwei Jahren gab es 40 Gewerbebetriebe in dem 1300-Einwohner Dorf.Entsprechend positiv sei die Entwicklung der Arbeitsplätze, die Ortsbürgermeister Wolfgang Stein auf mindestens 50 schätzt. Die Infrastruktur und die Nähe zu Bernkastel-Kues bescheren dem Ort regen Zuzug - auch Ortsfremder. So weiß mancher, der seinen Arbeitsplatz in der Doktorstadt hat, die niedrigeren Baupreise zu schätzen. Diese lagen erschlossen zuletzt bei an die 40 Euro pro Quadratmeter. Stein: "Die gehen weg wie warme Semmeln." Daher sei ein weiteres Baugebiet in Vorbereitung. Ebenso die Erweiterung des Gewerbegebietes.Daneben wird einiges für den Nachwuchs getan. Wie die von Forst und Gemeinde organisierte Ferienfreizeit. Einen Jugendraum gab es bereits vor über 25 Jahren. Jugendgruppen-Aktivitäten sind da selbstverständlich. Stein lobt daher das Engagement im Ort: "Die Vereine bieten sehr viel für Kinder und Jugendliche an." Und ohne die Eigenleistung von Großeltern, Eltern und Räten wäre die Gemeinde bei der diesjährigen Spielplatz-Neugestaltung mit den 17 000 Euro für Geräte und Ausstattung nicht weit gekommen.Geschäfte, Gewerbe, Grundschule und Kindergarten - dazu Bürgerhalle, Jugendraum, Spielplatz, reges Vereins-Engagement und Arbeitsplätze. In Monzelfeld scheint für Kinder wie Erwachsene kaum ein Wunsch offen zu bleiben.Dem Zuzug von Mietern und Bauherren wird mit der Ausweisung von weiterem Bauland Rechnung getragen. TV -Maskottchen Lucky kann daher nicht umhin, der Gemeinde fünf von fünf möglichen Tatzen zu vergeben.