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Nur ein schwacher Abglanz der Legende

Nur ein schwacher Abglanz der Legende

SALMTAL. Das Ätzboden-Team hatte noch einmal in die Bürgerhalle geladen. Zu Gast war die international besetzte Formation Midnight Mover. Sie präsentierte Soul und Hip-Hop der Extraklasse.

Noch immer kommt der harte Kern der Gruppe, die über viele Jahre das Open-Air-Festival auf dem Ätzboden veranstaltete, regelmäßig zusammen. Rund 20 Leute, die mehr tun als nur in schönen Erinnerungen zu schwelgen. Jetzt wollten sie es noch einmal wissen. Sie hatten die Gruppe Midnight Mover zum Spielen in die Bürgerhalle in Salmtal eingeladen. Die Formation hatte auf dem allerletzten Ätzboden, jener legendären Schlammschlacht des Sommers 2000, den Reigen der Live-Auftritte beendet: Ein Rückgriff auf Bewährtes also am vergangenen Wochenende. Das Organisationsteam hatte Hunderte von Gästen erwartet - und hätte diese Zahl auch finanziell nötig gehabt. Die Eintrittspreise für Jugendliche waren gestaffelt, um auch diese Klientel nach Salmrohr zu locken: Bis 20.30 Uhr kostete der Eintritt für sie nur 6 Euro. Wer den Weg in die Bürgerhalle fand, war meist hochzufrieden mit dem Programm von Midnight Mover. Allein: Es waren viel zu wenig zahlende Gäste, um wieder Geld in die Kassen des Teams zu bringen und die Organisatoren für weitere Konzerte in der Zukunft zu motivieren. Peter "Molle" Lames war am Ende die Enttäuschung anzusehen. "Wir reißen uns den Hintern auf, besorgen eine erstklassige Band, und dann so was!" Es werde wohl das definitiv letzte Konzert sein, das die Ätzboden-Leute auf die Beine gestellt haben, meinte Lames.Molle: das definitiv letzte Konzert

Schade eigentlich. Denn dass die Salmrohrer Organisatoren längst Garanten für fetzige Live-Musik geworden sind, steht in der gesamten Region außer Zweifel. Auch diesmal lagen sie goldrichtig mit ihrer Wahl. Ab der ersten Nummer wurde fleißig getanzt: Vor und auf der Bühne, denn auch die Band hatte ihren Spaß mit den rund 200 zahlenden Gästen, die lauthals mitsangen zu Evergreens wie "No woman no cry" oder "Papa was a rolling stone." Die Formation bestreitet ihre Auftritte mit Stammmusikern und wechselnden Sängerinnen und Sängern, um keine Langeweile im Publikum aufkommen zu lassen - immerhin spielt man allwöchentlich im Cotton Club in Kaiserslautern. In Salmtal präsentierte die Band neben eigenwillig interpretierten Cover-Versionen bekannter Songs auch Eigenkompositionen, beispielsweise der Gastsängerin Wrecia Ford. Auf der Bühne standen renommierte Musiker: Rainer Heute am Saxophon spielte bereits mit Chaka Khan, Gitarrist Tom Well mit Eros Ramazotti, der Bassist mit Marla Glen und Gloria Gaynor, um nur einige der Stationen zu nennen. Allen Liebhabern in der Region bleibt nur zu wünschen, dass das Ätzboden-Team seinen momentanen Frust ob der niedrigen Besucherzahlen überwinden und seine Entscheidung revidieren wird, kein Konzert mehr auf die Beine zu stellen.