Nur noch sechs statt 21 Priester?

COCHEM-ZELL. (dju) Die katholische Kirche im Bistum Trier steht vor gravierenden Veränderungen. Im Rahmen des "Projekts 2020" soll die Zahl der Seelsorgeeinheiten deutlich reduziert werden. Derzeit diskutieren alle Dekanate und Pfarreien über die Strukturreform, die auch im Kreis Cochem-Zell große Auswirkungen haben wird.

Nur noch sechs bis acht katholische Pfarrer werden nach Abschluss der Strukturreform des Bistums Trier im Kreis Cochem-Zell tätig sein, die dann pastorale Räume mit mehreren Pfarreien betreuen. Zum Vergleich: Derzeit wirken im Kreis, in dem rund 52 000 Katholiken in zwei Dekanaten und 60 Pfarreien leben, noch 21 Priester. Bereits Anfang Juli hatte das Dekanat Cochem-Zell, das den südlichen Teil des Landkreises umfasst, einen Vorschlag für die Neuordnung der pastoralen Räume vorgelegt. Danach soll es im Dekanat nach Abschluss der Strukturreform vier Pfarreiengemeinschaften geben: Zeller Moselland, Moselkrampen, Hunsrück und Cochem. Vor kurzem folgte nun das Dekanat Karden-Martental, das dem Projektbüro beim Bistum Trier zwei Alternativen zur Neustrukturierung vorlegte. Nach dem einen Vorschlag sollen sich die zukünftigen pastoralen Räume dabei an den drei Verbandsgemeindegrenzen im Dekanat orientieren, also jeweils nur noch ein Priester für die Verbandsgemeinden Ulmen, Kaisersesch und Treis-Karden. Nach dem anderen Vorschlag soll es im Dekanat zukünftig vier pastorale Räume geben: die VG Ulmen, den Hunsrück-Mosel-Bereich der VG Treis-Karden, den Eifelbereich der VG Treis-Karden sowie Teile der VG Kaisersesch. Beide Dekanate schlagen im Übrigen vor, dass die Pfarrei Bad Bertrich mit Kennfus und Bonsbeuren aus dem Dekanat Cochem-Zell zum Dekanat Karden-Martental überführt wird. Das Projektbüro hatte für das Dekanat Karden-Martental, übrigens ebenso wie für Cochem-Zell, jeweils drei pastorale Räume vorgesehen, wonach im Kreis Cochem-Zell dann zukünftig nur noch sechs Priester tätig wären. Nach den Vorschlägen der Dekanate sind es sieben bis acht Pfarrer. Das Dekanat Karden-Martental umfasst derzeit 29 Pfarreien mit 30 Filialen und elf Pfarrgemeinden, in denen 26 400 Katholiken leben. Das Dekanat Cochem-Zell umfasst 31 Pfarreien mit 22 Filialen und zehn Pfarrgemeinden. Hier leben 25 500 Katholiken. In Kürze werden die Gespräche des Projektbüros mit den 35 Dekanaten im Bistum Trier abgeschlossen sein. Danach werden die Vorschläge ausgewertet, und eine erste Fassung für den "Strukturplan 2020" für das Bistum wird vorgelegt - voraussichtlich Anfang November. Dieser Entwurf geht dann wieder zurück in die Dekanate und Pfarreien, wo bis Februar 2007 über die Vorschläge des Bistums erneut diskutiert wird. Bis März müssen die Stellungnahmen in Trier wieder vorliegen, bevor Ende Juni Bischof Reinhard Marx den endgültigen Strukturplan in Kraft setzen wird. Offen ist noch die Frage, wann dann die ersten Schritte der Zusammenführung und Umstrukturierung realisiert werden. Doch klar ist: Die Änderungen werden gravierend sein und das Bild der katholischen Kirche vor Ort verändern. Auch darum ist dem Bistum die enge Zusammenarbeit mit den Dekanaten, den Pfarreien und den Menschen wichtig, wie Pfarrer Martin Lörsch, der Projektleiter im Bistum Trier, betont.