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Nur Unverbesserlichen wird Kurve zum Verhängnis

Nur Unverbesserlichen wird Kurve zum Verhängnis

Drei bis vier Unfälle passieren pro Jahr im Burgbergtunnel. Die sind aber meist spektakulär, weil manche Gefährte mit viel Tempo quer über die B 53 schießen. Es gibt Bestrebungen, diese Ausfahrt zu entschärfen.

 Die Rechtskurve (aus der Hunsrückrichtung betrachtet) im Burgbergtunnel erschwert die Sicht zur Ausfahrt. Folge können Unfälle wie der am 23. Dezember sein. Fotos (2): TV-Archiv/KlausKimmling, Polizei.
Die Rechtskurve (aus der Hunsrückrichtung betrachtet) im Burgbergtunnel erschwert die Sicht zur Ausfahrt. Folge können Unfälle wie der am 23. Dezember sein. Fotos (2): TV-Archiv/KlausKimmling, Polizei. Foto: klaus kimmling (kik), klaus kimmling ("TV-Upload kimmling"

Bernkastel-Kues. Sechs Mal hat es 2016 im Burgbergtunnel in Bernkastel-Kues gekracht. Von 2010 bis 2016 waren es zwischen drei und vier Unfälle. Ist das bei etwa 6000 Fahrzeugen pro Tag nun viel oder wenig? Ein richtiger Unfallschwerpunkt sei der 555 Meter lange Tunnel nicht, berichtet Axel Schnitzius, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Bernkastel-Kues. Auf der Fahrbahn in Richtung Hunsrück sei in all der Zeit noch kein Unfall gemeldet worden. Wenn es knallt, dann meist an der moselseitigen Ausfahrt auf die B 53 - und dann meist spektakulär.
Rund 100 Meter vor der Ampel nimmt eine Kurve den Verkehrsteilnehmern aus Richtung Hunsrück kurz die Sicht auf die Ausfahrt. Vor und im Tunnel wird mehrfach auf die Ampel hingewiesen. Es gibt kleine Bodenwellen und die Geschwindigkeit ist, für alle Fahrzeuge und den ganzen Tunnel, auf 50 Stundenkilometer beschränkt. Wer zu schnell ist, läuft Gefahr, bei Rot auf wartende Autos aufzufahren oder - zum Teil auch über die Gegenfahrbahn - in das Geländer, das die B 53 vom tiefer liegenden Radweg und der Mosel trennt, zu rasen. Ein paar Fahrzeuge haben das Geländer auch bereits durchbrochen und sind in der Mosel gelandet oder hingen über dem Radweg.
Spektakulär war auch der bislang letzte Crash. Ein mit 13 Personen besetzter Kleinbus mit Anhänger überfuhr am 23. Dezember die B 53 und knallte mit der Fahrerseite ans Geländer sowie an einen Ampelmast. Zwei Personen wurden schwer verletzt, sechs weitere Mitfahrer kamen mit leichten Blessuren davon. Es ist wahrscheinlich nur einem Zufall zu verdanken, dass es noch nie zu einem Zusammenstoß mit Fahrzeugen kam, die auf der B 53 unterwegs waren.
Das griff auch Klaus Dusemund aus Zeltingen-Rachtig in einem Leserbrief auf. "Wieder einmal kann man von Glück sprechen, dass der Querverkehr nicht in den Unfall verwickelt war", schreibt er. Dusemund kritisiert, dass sich viele Verkehrsteilnehmer nicht an Geschwindigkeitsbegrenzungen oder andere Regeln halten. Sein Wunsch für den unteren Teil des Burgbergtunnels: "Man sollte die Ampel einige Meter weiter in den Tunnel versetzen, damit sie von weitem auch für Raser sichtbar ist. Vielleicht hilft auch ein fest installierter Blitzer." Der TV hat beim Landesbetrieb Mobilität Trier nachgefragt. Bei allen Unfällen habe es sich um "krasses Fehlverhalten" der Autofahrer gehandelt, sagt Klaus Wagner, Leiter der Fachgruppe Betrieb. In Abstimmung mit Polizei und Behörden sei manches getan worden (Blinklichter, Markierungsnägel und so weiter) "Derzeit untersuchen wir eine Verlagerung der Ampelanlage oder die Installation einer Vorampel in den Tunnel hinein", sagt der Experte. Möglicher Vorteil: Die rote Ampel wird früher erkannt. Mögliche Nachteile: Früh erkennbares Grün führe vielleicht zu höherer Geschwindigkeit. Außerdem stünden mehr wartende Autos im Tunnel.
Derzeit sei alles für die Sicherheit getan, sagt Axel Schnitzius. Auch er spricht vom Fehlverhalten einiger Unverbesserlicher. Die Untersuchungen des LBM könne er noch nicht abschätzen.