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Oberhalb von Traben: Der „Weinmann“ im Weinberg

Kunst : Oberhalb von Traben: Der „Weinmann“ im Weinberg

Moselsteigwanderer bleiben neugierig stehen. Worauf wird denn da angestoßen am Fuß einer fast drei Meter hohen Säule mit einer Figur? Zur Mosel blickend schwebt sie förmlich über dem Würzgarten, der Weinlage oberhalb des Trabener Campingplatzes.

Und das trotz der Last auf ihrem Rücken, einer übergroßen Weintraube, die der „Weinmann im Weinberg“ trägt.

Mit der Skulptur erfüllt sich für Klaus Weinmann (89) ein lang gehegter Wunsch. Denn die Skulptur steht nun dort, wo er und seine Frau bis 1997 einen Weinberg bewirtschafteten. Im Zuge der Flurbereinigung behielten sie davon wenige Quadratmeter für eine kleine Oase mit Tisch und Bänken, umrankt von Rosen –  und mit Blick auf die Mosel: passenderweise „Weinmanns Ruh“ gennnt.

Die Idee für ein Kunstobjekt (Info) an der malerischen Ecke wurde vor etwa anderthalb Jahren konkreter. Bei einer Ausstellung kam der frühere Landtagsabgeordnete und Traben-Trarbacher Stadtbürgermeister (1989 bis 1994) mit Bildhauer Jürgen Waxweiler ins Gespräch. Dabei zeigte er ihm ein 1984 von seiner Frau aufgenommenes Foto, das ihn bei der Traubenlese zeigt.

Wenige Tage später besprachen sie bereits Details. So etwa, wohin die Figur blicken sollte und ob sie sich wie auf dem Foto mit voller Trauben-Hotte über einen Wagen beugen oder geradestehen sollte? Letztlich umgesetzt wurde Waxweilers Vorstellung eines Winzers mit Traube statt Hotte auf dem Rücken. Ein Winzer, der durch einen Weinberg gehe, sei genug Realismus, begründet er. Die zeitlose Bronze-Figur stelle zudem nicht Klaus Weinmann dar, sondern „einen Weinmann“, der zur Mosel schaue.

Das Fundament für die etwa 80 Zentimeter hohe und an die 50 Kilo schwere Skulptur hoben Aktive der Stadtgarde Sponheimer Musketiere aus. Eigenhändig betonierten sie den Sockel und die in drei Stücken gegossene Säule. Eine schweißtreibende Arbeit an der engen Stelle, einer Steillage, die auch den Bildhauer herausforderte. Es sei keine leichte Aufgabe gewesen, räumt Waxweiler ein.

Aber die Skulptur komme dort sehr gut zur Geltung. Sie sei zwar relativ klein, wirke aber monumental. Und das vom unteren Weg, über dem sie am Horizont throne, wie vom Moselsteig aus, den ja ebenfalls täglich Menschen mit Lasten auf ihren Rücken passierten.