Och joh!

Bei einem öffentlichen Gelöbnis dürfen die Ehrengäste nicht fehlen. Auf der Gästeliste der Gemeinde Morbach stand diesmal neben den Bürgermeistern der Nachbargemeinden, Abgeordneten und Kommunalpolitikern ein in diesem Zusammenhang eher ungewöhnlicher Name: Gerd Dudenhöffer , den Fernsehzuschauern und Kabarettfreunden besser bekannt als Heinz Becker . Ein Kabarettist bei einem Gelöbnis, damit die Soldaten auch etwas zu lachen haben?

Ob die Organisatoren da nicht den Ernst der Sache verkannt haben? Nein, die Einladung an den Saarländer war kein Versehen und sollte die Seriosität der Veranstaltung keineswegs konterkarieren. Des Rätsels Lösung: Dudenhöffer hat - wie übrigens in seiner Paraderolle im Fernsehen auch - einen Sohn. Und der ist Soldat in Kusel. Sie ahnen etwas? Richtig. Der Sohn sprach - wie die 299 anderen Rekruten - auch die Gelöbnisformel im Morbacher Stadion. Und der Vater war - wie 298 andere Väter auch - eingeladen, am feierlichen Ereignis teilzunehmen. Zugesagt hatte er schon. Ob er Wind davon bekommen hat, dass es beim anschließenden Empfang im Sportlerheim keine Schwenker gab? Oder schlimmer, dass seine Ex, s‘Hilde, alias Alice Hoffmann, so gern nach Morbach kommt? Jedenfalls sagte Dudenhöffer das geplante Gastspiel kurzfristig ab. Wegen Krankheit, heißt es. Och joh, jetzt hammer uns umsonscht gefreit. Schaaad. Ei Heinz, was wär das scheen geween. Awwer es nägschde Mool läschde da vom Hilde Wadewiggel mache und e Lindenbliedetee koche und dann kommschde trotzdäm, gell? Awwer hunnertprozent!