Ochsen in Veldenz - mal hübsch, mal farblos
Veldenz · Nach der erfolglosen Ochsen-Suche an der Mosel haben sich Michaela und Theo Scholl aus Veldenz beim TV gemeldet. Sie selbst züchten diese Tiere. Nun berichten sie, was so einen "Mosel"-Ochsen ausmacht.
Veldenz. Ein wenig Angst bekommt man schon, wenn man einem richtigen vierbeinigen Ochsen gegenübersteht. Mit mehr als zehn Zentnern verbreitet das imposante Tier ein flaues Gefühl in der Magengegend. Wir nehmen zwei Exemplare für den TV genau ins Fotovisier: den "Hübschen", eine Mischung aus schottischem Highland und ungarischem Steppenrind, sowie den eher "Farblosen", das ungarische Steppenrind. Während der attraktive Braune mit den mächtigen Hörnern direkt in die Kamera zu lächeln scheint, ist der Graue eher skeptisch - zwei Ochsen auf einer Weide im Veldenzer Burgfrieden, wie sie nach Augenmaß nicht unterschiedlicher sein könnten.
Was macht nun diese kastrierten Bullen aus, wollen wir wissen. "Ochsen sind etwas Besonderes, die findet man kaum noch", weiß die Besitzerin Michaela Scholl zu berichten. Sie und ihr Mann Theo wollen mit Züchtungen diese Art bewahren. Teilweise mit einer Hornspannweite von gut 135 Zentimetern kommt der Ochse dabei definitiv durch keine Tür, auch eine Behandlung gestaltet sich dabei oft schwierig, da die Ochsen kaum in einen Anhänger passen.Ganz besondere Tiere
Allerdings ist der Vierbeiner, der seiner Männlichkeit beraubt wurde, ein friedlicher Vertreter und will keinesfalls mit dem "Kopp durch die Wand", wie ein Sprichwort sagt. "Wenn Bullen kastriert worden sind, werden sie ruhiger. So ist es in der gesamten Herde harmonischer und für uns Menschen nicht ganz so gefährlich", erläutert die Fachfrau.
Ihr Mann Theo weiß: "Ochsen sind heute einfach nicht mehr rentabel. Die Kastration kostet Geld und eigentlich stehen sie nur auf der Weide, bis sie geschlachtet werden." Denn im Gegensatz zu geschlechtsreifen Bullen, die für den Nachwuchs sorgen, haben sie im weitesten Sinne keine "Funktion" mehr. Und was ist mit dem Fleisch? "Ochse schmeckt zarter. Gourmets wissen den Unterschied zu schätzen.
Allerdings werden auch viele Rinder als Ochsen serviert. Die Scholl\'schen Ochsen aus Veldenz werden nicht verkauft, sondern von ihren Besitzern selbst verspeist - eine Nachfrage gab es bislang auch nicht, so der Landwirt.