Ökologisch sinnvoll

Zum "Unternehmer: Schleusenausbau ist unsinnig" (TV, 21 Januar) und zum Leserbrief "Intelligente Lösungen" (TV, 1. Februar) meint dieser Leser:

Erstaunlich, dass Herrn Willkomm als Weinhändler im TV eine halbe Seite gewidmet wird, wenn er sich über Wasserbau auslässt. Ob dieses Privileg wohl auch einem Wasserbauer gegönnt würde, falls er sich über Wein äußert? Die Sachargumente von Herrn Willkomm sind ohnehin wenig überzeugend und mindestens in einem Punkt (Bauzeiten) einfach falsch.

Um im Einzelnen darauf einzugehen reicht der Umfang eines Leserbriefs aber nicht aus. Ich stimme der Kritik beider Autoren bezüglich immenser Staatsverschuldung und überteuerten öffentlichen Projekten gerne zu, deren Kosten oft vor dem Bau politisch motiviert klein gerechnet werden. Die 400 Millionen Euro für die Moselschleusen erscheinen allerdings gut begründet angesichts von (laut TV) real 45 Millionen für Zeltingen, berücksichtigt man den zu erwartenden Lerneffekt bei der quasi neunfachen Wiederholung (Fankel hat gute Chancen unter 45 Millionen abzuschließen). Zu "wissen", dass es "doppelt so teuer wird" (Herr Selzer), ist da wohl pure Polemik.

Die Investition in den Schleusenausbau ist ökonomisch wie ökologisch sinnvoll. Das Schiff ist anerkanntermaßen das mit Abstand umweltfreundlichste Transportmittel. Dies gilt insbesondere in Bezug auf den CO2-Ausstoß, dessen Reduzierung Herr Selzer an anderer Stelle gerne anmahnt. Ihm sei auch gesagt, dass noch so "intelligente Lösungen" die rein mechanisch erforderliche Schleusungszeit nicht mindern können.

Dr. Joachim Sartor, Lieser

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