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Oestelbach in Osann-Monzel darf sich breit machen

Oestelbach in Osann-Monzel darf sich breit machen

Der kleine Oestelbach, der unter anderem durch Osann-Monzel fließt, soll renaturiert werden. Dafür gibt es 90 Prozent Fördermittel vom Land. Die Gemeinde denkt darüber nach, den Bach in einem Teilbereich für Bürger und Touristen "erlebbar" zu machen.

Osann-Monzel. Dem Oestelbach ging es in den 1960er und 1970er Jahren wie vielen anderen kleinen Gewässern im Land. Große Flächen wurden flurbereinigt, landwirtschaftliche Äcker und Weinberge zum Teil bis an den Bachrand vergrößert. War ein Bach im Weg, wurde er in Betonröhren oder Betonschalen gepresst, eingemauert und stellenweise unter die Erde verlegt. Ökonomie vor Ökologie lautete damals die Devise. Das ist längst passé, und inzwischen werden zahlreiche Bäche mühevoll und mit viel Geld wieder in ihren ursprünglichen, natürlichen Zustand versetzt - sprich renaturiert.
Der Oestelbach, der nordwestlich des Hüttenkopfs entspringt und sich dann in östlicher Richtung acht Kilometer seinen Weg bis zur Mündung in die Lieser bei Noviand bahnt, soll nun im Rahmen des Landesprogramms Aktion Blau Plus renaturiert werden. Einen entsprechenden Grundsatzbeschluss hat der Gemeinderat Osann-Monzel gefasst. Bis es soweit ist, vergehen aber noch einige Jahre. Bis Mitte dieses Jahres wird die Verbandsgemeinde Wittlich-Land als Maßnahmeträger einen entsprechenden Förderantrag beim Land stellen. Das "Flussgebietsentwicklungskonzept Oestelbach" geht von geschätzten Kosten in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro aus. Auen, Polderflächen und Gewässerrandstreifen müssen angelegt werden. Mitte kommenden Jahres wird mit der Förderentscheidung des Landes gerechnet.
Mario Hutter vom beauftragten Planungsbüro Max & Reihsner hat auf der jüngsten Gemeinderatssitzung das Konzept erläutert.Konzept "Wasser erleben"


Demnach soll die wasserwirtschaftliche Maßnahme in Abschnitten erfolgen. Erster Teilabschnitt ist voraussichtlich der Bereich ab der Brücke am Eichhaus bachwärts bis zur Gemarkungsgrenze Maring-Noviand. Dieser Abschnitt kann dann wiederum in Unterabschnitte aufgeteilt werden. Erster Unterabschnitt wäre die Strecke von der Oestelbachbrücke bis zum Ende des Baugebiets "Im Eichflur".
In einigen Orten, die das Programm Aktion Blau Plus bereits in Anspruch genommen haben, wurde der Gedanken "Wasser erleben" umgesetzt.
In Kisselbach (Rhein-Hunsrück-Kreis, Verbandsgemeinde Rheinböllen) wurde der Simmerbach so gestaltet, dass die Kinder an flachen Ufern spielen können. Findlinge, Sitzbänke und ein Pavillon laden zum Verweilen am Wasser ein. Die "neue Mitte" von Kisselbach ist zu einem attraktiven Treffpunkt der Gemeinde geworden. Ähnliche Projekte könnten auch in Osann-Monzel umgesetzt werden, zumal solche Maßnahmen ebenfalls über das Förderprogramm Aktion Blaus Plus zu 90 Prozent vom Land gefördert werden.