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Offen sein für Energie-Alternative

Offen sein für Energie-Alternative

BETTENFELD/MANDERSCHEID. (red) In Manderscheid nutzen Maarmuseum und Kindergarten bereits oberflächliche Geothermie. Erdwärmegewinnung aus größerer Tiefe und Möglichkeiten der Nutzung vor Ort sind nun Themen einer Informationsveranstaltung.

"Es muss nicht immer Windkraft sein" ist der Titel eines öffentlichen Vortrags am Dienstag, 13. Januar, 20 Uhr, in Bettenfeld, Gasthaus Weiler. Dort wird Wolfgang Moritz neue effiziente Verfahren zukünftiger Energiegewinnung aus der Tiefe der Erde und die Möglichkeiten für die Verbandsgemeinde Manderscheid vorstellen. In der Vergangenheit galt es nur in Ländern wie etwa Island, in denen heißes Wasser in größeren Mengen bis in die oberen Erdschichten tritt, als möglich, mit Erdwärme Kraftwerke zur Stromgewinnung zu betreiben. Bisher wurde in der Region nur die oberflächliche Geothermie genutzt - etwa im Maarmuseum und im Kindergarten in Manderscheid. Nun gibt es Verfahren , mit denen Erdwärme aus 4000 m Tiefe gefördert werden kann, mit einem Aufwand, der eine kommerzielle Nutzung auch in Deutschland ermöglicht. Erste Anlagen sind in Betrieb, weitere gehen noch dieses Jahr ans Netz. Auch politisch wird das Thema angegangen: Der Forschungsausschuss des deutschen Bundestags hat eine Untersuchung zur "Technikfolgeabschätzung" in Auftrag gegeben. Das Ergebnis der Studie "Möglichkeiten geothermischer Stromerzeugung in Deutschland" wurde im Mai 2003 vom Forschungsausschuss des Parlaments angenommen. Die Kernaussage: die konsequente Nutzung der tiefen Erdwärme könnte in Zukunft mehr als den gesamten Strombedarf in Deutschland decken. Auf Initiative des Bundesumweltministeriums traten am 1. Januar 2004 die neuen "Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien" in Kraft, die für die tiefe Geothermie wesentliche Verbesserungen bringen. Jetzt können auch Kommunen, kommunale Betriebe oder Körperschaften öffentlichen Rechts, Anträge stellen. Bis zu 40 Prozent der Investitionssumme können jetzt, unabhängig von der Landesförderung, aus Bundesmitteln gefördert werden. Gleichzeitig sieht das neue Energieeinspeisegesetz (EEG) ab 2004 fast eine Verdoppelung der Vergütung auf 15 Cent pro Kilowattstunde vor. Referent Wolfgang Moritz sagt: "Die Chance, die sich hier für die Verbandsgemeinde Manderscheid bietet, sollten wir ergreifen. Vielleicht ist die Vulkaneifel ja ein besonders guter Standort für die Tiefen-Geothermie." Wolfgang Moritz weiter: "Nach Rücksprache mit verschiedenen Instituten ist es sinnvoll für unsere Region die technische Machbarkeit zu prüfen. Hierzu sollte die Verbandsgemeinde in einem ersten Schritt den Antrag auf Erkundung der geothermischen Tiefenstufe beim Land stellen und den Antrag auf Kostenübernahme dieser Maßnahme. Da nach meiner Information bislang nur ein Projekt in Rheinland-Pfalz zur Förderung angemeldet ist, wären wohl auch Landesmittel und EU Mittel zu bekommen." Der Informationsveranstaltung am Dienstag, 13. Januar, 20 Uhr, in Bettenfeld, Gasthaus Weiler folgt eine Mitgliederversammlung Bündnis 90/Die Grünen, Gemeindeverband Manderscheid.