Offene Begegnung mit vielen Menschen

Mehr als 900 Schülerinnen und Schüler waren am "Tag der Toleranz" in der Berufsbildenden Schule (BBS) von Raum zu Raum unterwegs, um sich über die große Vielfalt der angebotenen Themen zu informieren, mit Fachleuten zu diskutieren und sich mit anderen auszutauschen.

Bernkastel-Kues. (mbl) Lehrstelle und Ausbildungsplatz, Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Behinderung oder Religion, Drogenmissbrauch oder ungewollte Schwangerschaft, Gewalt in Familie und Schule, Religionen und Menschenwürde, Organspende oder Gleichstellungsgesetz - dies und mehr waren nur einige Themenbereiche, die einen Tag lang für Schüler und auch Erwachsene auf dem Programm standen. "An der BBS wird die Vermittlung von Werten schon immer groß geschrieben", betont der stellvertretende Schülersprecher Konrad Bürklin. Darauf lege auch das Lehrerkollegium besonderen Wert: "Denn wir verstehen uns hier als Lebensraum Schule, zu dem alle Bereiche gehören, mit denen junge Leute heute in Berührung kommen", ergänzt Schulleiterin Brigitte Fischer. Um all diese "Problemthemen", die wortwörtlich im Raum stehen und die Jugendlichen "unter den Nägeln brennen" einmal konzentriert und mit jeder Menge Fachleute direkt vor Ort zusammenzubringen, hatte die Schülervertretung die Idee zu einem "Tag der Toleranz" (der TV berichtete). "Hier konnte jeder sich bei persönlichen oder gesellschaftlichen Problemen offen austauschen, hier wurde niemand stigmatisiert, hier waren Menschen, die aufklärten, weiterhalfen oder einfach zum Gespräch bereit waren", loben Natalia, Jessica und Alexandra das Angebot. Lisa, Sabrina und Eva wollten mehr wissen über "Happy slapping" - die "inszenierte Gewalt" als neues Phänomen jugendlicher Gruppengewalt. "Denn das gibt es auch hier ganz nah", berichten die drei von einem Film auf Handy, der - an einer hiesigen Schule aufgenommen - massive Gewalt gegen einen Schüler zeigt. Junge Schüler fänden das total cool, machten die drei eine unfassbare Erfahrung. Neben Workshops waren Interessierte auch zu einer Talkshow eingeladen, in der Mitschüler sich in unterschiedliche "Typen" und deren Probleme hineinversetzten und zeigten: "Jeder ist so wie er ist und sollte auch so respektiert werden".