Ohne Idealismus geht's nicht im Weinberg

Ohne Idealismus geht's nicht im Weinberg

Mitten im November hat Winzer Peter Veit in der Piesporter Lage Goldtröpfchen eine Trockenbeerenauslese mit 170 Grad Öchsle geerntet.

Piesport. (urs) Peter Veit ist in seinem Element. Mit strahlender Miene stapft der Winzer den Weinberg in der Steilstlage Piesporter Goldtröpfchen hinab. Die schwere Last, die er auf dem Rücken trägt, scheint ihm ebenso wenig auszumachen wie die Kraxelei über das lose Schiefergeröll. Anlass seiner Freude ist der sonnige Herbst, der ihm mitten im November Auslesen und Trockenbeerenauslesen vom Feinsten beschert hat. "Die werden heute Abend noch gestampft, und wenn dann der Zucker freigesetzt wird, haben die 170 bis 180 Grad Öchsle", erklärt der Hausherr des Alten Winzerhofes in Alt-Piesport.In diesem Jahr hätten alle Winzer ringsum "Top-Weine" geerntet, ist Veit überzeugt. Und nicht wenige ließen noch Trauben für Eiswein an den Stöcken hängen. Er selbst begnügt sich damit aber nicht. 40 bis 50 Prozent habe er vorgelesen und die Trauben am oberen Teil der von Hand entblätterten Stöcke hängen lassen. Auf diese Weise kann die Sonne ungehindert ihr Bestes geben in diesem Felsmassiv oberhalb des Piesporter Ortsteils Ferres. In den Tagen zuvor habe er mit seiner Frau bereits eine Auslese mit etwa 130 Grad Öchsle raus gelesen, so Veit.Der sonnige Herbst und die hochwertige Ernte machen jedoch alle Mühen wieder wett. Angesichts eines am Abend eines arbeitsreichen Tages erwarteten Ertrages von 1000 bis 1200 Litern ist sich Veit aber dennoch bewusst, dass nicht jeder mit dem Weinberg glücklich wäre: "Hier gehen nur Idealisten hin."

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