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Ohne Termin mittwochs und freitags: Neues Impfangebot in Morbach

Corona : Zweimal in der Woche ohne Termin: Neues Impfangebot in der Morbacher Biergasse gestartet

Im Corona-Testzentrum in Morbach können Impfwillige seit Kurzem auch den Schutz gegen Covid 19 bekommen – zu festen Zeiten, aber ohne Terminbuchung. Wie das neue Angebot angenommen wird und womit einer der Ärzte noch unzufrieden ist.

Der Start des neuen Impfangebots sei ganz gut gelungen, freut sich am Montag der Morbacher Bürgermeister Andreas Hackethal. Jeweils 35 bis 40 „Impflinge“ hätten sich am Freitag und Samstag bereits den schützenden Pieks gegen Covid 19 in den Räumen des Testzentrums in der Morbacher Biergasse 3, links neben dem Café Heimat, abgeholt. Erfreulich sei dies auch deshalb, weil das Angebot „noch ganz frisch“ sei, und man es bislang noch wenig beworben habe.

Seit dem 7. Januar gibt es dort zweimal in der Woche – Mittwoch und Freitag (12.30 bis 14.30 Uhr) – sowie zusätzlich an jedem zweiten Samstag (12.30 bis 14.30 Uhr) die Möglichkeit für Erst-, Zweit- und Boosterimpfungen. Für den Morbacher Bürgermeister ist das ein „weiterer wichtiger Baustein“ der Impfkampagne neben dem Impfbus-Team des Deutschen Roten Kreuzes, das die Baldenauhalle auch im Januar weiterhin ansteuern wird (siehe Info). „Beim Impfbus haben wir eine gewisse Sättigung festgestellt“, sagt Hackethal. Anfangs hätten dort bis zu 600 Personen gewartet, zuletzt noch 380. „Wir sehen aber weiter einen großen Bedarf und erwarten, dass sich die Nachfrage wieder stabilisiert.“

Für das neue zusätzliche Angebot im Testzentrum habe man zwei ortsansässige Ärzte gewinnen können: Dr. Hugo Bader, der sich auch im Gemeinderat engagiert, und Dr. Wolfgang Sauer, der seine Praxis in Morbach inzwischen an einen Nachfolger übergeben hat. Die Gemeinde stellt ihnen die notwendigen Räume zur Verfügung.

Zurzeit können allerdings nur Menschen im Alter ab 30 Jahren von dem zusätzlichen Impfangebot profitieren, räumt Hackethal ein. Das liege daran, dass derzeit nur das Präparat des Herstellers Moderna verfügbar sei: „An Biontech kommen Sie im Moment nicht ran.“ Die Ständige Impfkommission empfiehlt das Moderna-Präparat nur für Über-30-Jährige.

Dass man Jugendlichen und jungen Erwachsenen derzeit kein Angebot machen kann, stört auch den Mediziner Wolfgang Sauer. Im Telefonat mit dem TV kritisiert er, dass es immer noch „Misstände bei der Beschaffung von Impfstoffen“ gebe. Er habe sich deshalb am Montag per E-Mail an den neuen Bundes-Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) gewandt: „Mal sehen, was passiert. Es wäre schön, wenn wir weiteren Impfstoff bekommen könnten, um auch die Jüngeren zu impfen.“ Gerade in dieser Altersgruppe seien die Impfquoten ja meist schlechter als bei den Älteren, stellt Wolfgang Sauer fest.

Mit dem Start der Impfaktion im Testzentrum ist der Allgemeinmediziner aber durchaus zufrieden. „Es ist ganz gut angelaufen. Und bei uns riskiert man auch keine langen Wartezeiten, das geht hier recht schnell.“ Was den 76-Jährigen motiviert hat, sich an der Aktion mit Unterstützung der Gemeinde zu beteiligen? „Impfen ist das wichtigste Mittel im Kampf gegen die Pandemie“, sagt er. Und er habe im Umfeld von Patienten gehört, die erst im März einen Termin für ihre Auffrischungsimpfung bekommen hätten: „Das muss doch schneller gehen.“

Feste Termine für die Impftage müssen nicht gebucht werden. Bislang hält dies der Morbacher Gemeindechef auch nicht für notwendig. Wer sich im Testzentrum impfen lassen möchte, muss lediglich den Personalausweis, seine Versichertenkarte und, falls vorhanden, den Impf­ausweis mitbringen.