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Oldtimer-Traktortreffen in Morbach-Rapperath

Traktortreffen : Manni und seine Freunde haben Spaß an historischen Landmaschinen

In Morbach-Rapperath trafen sich am Wochenende viele Freunde und Liebhaber alter Traktoren aus dem Hochwald.

Wo sonst um Punkte in den Fußball-Kreisklassen gekämpft wird, dominierte am vergangenen Wochenende historisches Fahrzeuggut aus vielen Jahrzehnten. Auf dem weitläufigen Gelände neben dem Sportplatz hoch über Rapperath gelegen, hatten sich mehr als 40 Traktoren, Bulldogs, landwirtschaftliche Zugmaschinen und ihre Besitzerinnen und Besitzer eingefunden. Sie führten nach langer Zeit wieder einmal ihre Scheunen-Schätzchen aus. Die teils weit über 60 Jahre alten Fahrzeuge, dazu Wohnmobile, Anhänger oder liebevoll in „fahrende Wohnzimmer“ umgebaute Bau-Buden zeugten nicht nur vom handwerklichen Geschick, sondern auch von der Verbundenheit ihrer Besitzer mit der gemeinsamen Leidenschaft.

„Das sind alles meine Freunde hier oben“, begrüßt uns Manfred Martini strahlend, als wir bei hoch­sommerlichen Temperaturen zum angekündigten Besuch des Histo-Festivals der Trecker und Traktoren eintreffen. Der umtriebige Hanomag-Freund aus Rapperath, den wir schon im Frühjahr im Rahmen unserer Serie „Menschen & Motoren“ portraitiert hatten, lädt seit Jahren regelmäßig ein. Wegen der Corona-Pandemie ist das gemeinsame „Klassentreffen“ 2020 ausgefallen. Umso größer war die Freude über das Wiedersehen in diesem Jahr.

 Freunde historischer Traktoren und anderer Landmaschinen trafen sich am Wochenende für mehrere Tage oberhalb von Morbach-Rapperath.
Freunde historischer Traktoren und anderer Landmaschinen trafen sich am Wochenende für mehrere Tage oberhalb von Morbach-Rapperath. Foto: TV/Jürgen C. Braun

Aufgereiht wie an einer Perlenschnur, stand das restaurierte und gut erhaltene, liebevoll gepflegte „Scheunengold“ vergangener Jahrzehnte am Rand des Sportplatzes: Massey-Ferguson, Fendt, Deutz, Kramer, Eicher. Letztere Marke war so etwas wie der Mercedes unter den Traktoren: „Wird der Bauer reicher, fährt er Eicher“, ist ein gern gebrauchtes, geflügeltes Wort. Alle Marken waren dort oben vertreten. Man kennt sich seit vielen Jahren, die Szene der historischen Land­maschinen ist eine verschworene Gemeinschaft.

Manfred Martinis Freunde kommen aus dem gesamten Hunsrück- und Hochwaldraum, aus dem nördlichen Saarland. Die Kennzeichen ihrer Fahrzeuge legen davon Zeugnis ab: BKS, WIL, TR, WND. Einige – wie die Ostertaler oder die Freisbachtaler – sind in Vereinen organisiert. Andere privat. Der Traktor aber ist immer dabei. Alle kommen „auf der Achse“. Meist mit Wohnwagen oder umfunktionierter Bau-Bude als fahrende Unterkunft. „Der da ist unserer, der Rot-Graue“, sagen Ilka und Alfons Grünenwald, die aus Züsch zu Manfred Martinis Treffen gekommen sind, und deuten auf ihr fahrendes Zuhause, während sie es sich im Schatten gemütlich gemacht haben.

Der Gastgeber hat alles perfekt vorbereitet. „Wir haben hier oben alles, was wir brauchen, bekommen von der Gemeinde Wasser und Strom. Toiletten und Duschen sind da“, berichtet er. Ein Paradies für Freunde historischer Land­maschinen.

 Für einen Farbtupfer im Korso der Landmaschinen sorgte auch dieses rote Coupé, ein BMW 1802. 
Für einen Farbtupfer im Korso der Landmaschinen sorgte auch dieses rote Coupé, ein BMW 1802.  Foto: TV/Jürgen C. Braun

Über Generationen hinweg sind sie hier vertreten. Florian Zirdes aus Gornhausen hat seine kleine Tochter Louisa im Arm, die ihre Puppe herzt, während um sie herum hektische Betriebsamkeit herrscht. Er sagt: „Sie wächst quasi damit auf. Für Kinder allen Alters ist das Gelände hier wie geschaffen.“

Allmählich macht man sich fertig zur großen Ausfahrt am Samstagnachmittag. Günter Genetsch aus Talling macht seinen Traktor ausfahrbereit. An machen der Fahrzeugn hängen noch alte Pferde­decken als Windschutz. Armin Brust, der aus dem St. Wendeler Land herübergekommen ist, zeigt uns das Innere seiner umfunktionierten früheren Bau-Bude. „Bei Manni sind wir alle unter uns. Jeder hat sein Zuhause dabei.“ Ein großer Freundeskreis Gleichgesinnter.

Manfred Martini, den alle nur Manni nennen, hat die Wahl zwischen einem Hanomag R17, Jahrgang 1958, und einem 67 Jahre alten R16 desselben Herstellers. Beide aus seinem reichhaltigen Fundus, den wir schon kennenlernen durften. „Die ersten meiner Freunde sind schon am Donnerstag gekommen um mir beim Aufbauen zu helfen. Die Letzten fahren erst am Montag“, sagt Martini.

Dann kommt Bewegung in die Reihe der wunderbaren alten Fahrzeuge, und die „Traktoren-Prozession“ setzt sich in Bewegung – hin­unter in Richtung Rapperath und dann in den angrenzenden Hochwald. Angeführt von einem „Kuckuck“, der sich eingeschlichen hat: einem wunderschönen und blank­polierten roten BMW 1802 aus den 1970er Jahren. Auch er gehört sicher einem von Mannis Freunden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Traktortreffen in Morbach-Rapperath