Ordengeschmücktes "Kölsches Eck"

Ordengeschmücktes "Kölsches Eck"

BERNKASTEL-KUES. Orden über Orden baumelt bei Daniela Weinand von der Decke. Große und kleine, farbenfrohe, filigrane und extravagante, einfache und aufklappbare, Männer- und auch Damenorden schmücken die Kneipe "Kölsches Eck" in Bernkastel am Bärenbrunnen.

Eines haben alle gemeinsam - es sind ausnahmslos Karnevalsorden, die Bekannte und Gäste der Wirtin zum Geschenk machten. Sie stammen aus Karnevalsgesellschaften vom Köln-Bonner Raum, manche auch aus der näheren Umgebung. Dermaßen "hochdekoriert" fühlt sich die leidenschaftliche Sammlerin sichtlich wohl inmitten der rund 500 Orden aus 60 Jahren. Daniela Weinand, gebürtig aus St. Goar, ist stolz auf ihre Kollektion. Angefangen hat alles vor drei Jahren, als sie die Kneipe "Kölsches Eck" eröffnete" - dort, wo sie seit 1987 mit ihrem Mann die ehemaligen "Brunnenstuben" führte. "Kölsche Gäste" gehörten schon immer zu ihrem Publikum. So bat sie Bekannte, ihr doch zur Eröffnung der Kneipe mit Dekos auszuhelfen. "Am liebsten mit Karnevalsorden", verrät sie lachend. Eine Kölner Wirtin und aktive Karnevalistin sandte ihr gleich einen ganzen Karton, prall gefüllt mit 30 Kilogramm närrischem Metall an bunten Bändern. Damit nahm die farbenfrohe Ordens-Reise durch die unterschiedlichen Karnevalsgesellschaften ihren Lauf. An Deckenbalken und Wänden im "Kölschen Eck" haben die kleinen "Auszeichnungen am Bande" ihren Ehrenplatz. Denn bei dem ersten Karton blieb es nicht, ein Orden nach dem anderen nahm Weinands Kneipe in Besitz und reihte sich ein in die bunte Schar. Der älteste Orden stammt aus der Zeit direkt nach dem Krieg. Einer der originellsten ist ein Doppelorden, der beim Aufklappen ein Faltbüchlein zeigt mit der 50-jährigen Geschichte eines Karnevalsvereins. Einer der wertvollsten ist sicherlich der spezielle Damen-Orden mit Kette in limitierter Auflage des bekannten Karnevalsvereins "Ostermann Brunnen". Ein ganz persönlicher Orden ist Weinand sehr ans Herz gewachsen: ein aufklappbares Exemplar mit ihrem Porträt als Geschenk zum 50. Geburtstag. So hat jeder Orden seine eigene Geschichte und ist Zierde für das "Kölsche Eck" - ob einfacher Orden oder Jubliäumsausgabe. "Jeder einzelne ist für mich mit Erinnerungen verbunden", sagt Weinand und zeigt das Kissen mit den seltenen Ansteck-Orden. Mit jedem neuen Stück macht man der Orden-Expertin immer wieder das schönste Geschenk. "Der feierlichen Überreichung folgt dann natürlich eine Runde Kölsch", das ist für die Ordensammlerin Ehrensache. Für kein "Geld der Welt" würde sie auch nur eines ihrer Prunkstücke verkaufen - auch nicht an renommierte Karnevalsgesellschaften, denen der eine oder andere Orden noch in deren Sammlung fehlt. Abhanden kommt in der Kneipe keiner, denn ihre Gäste haben großen Respekt vor den "kleinen" Schätzen. An Platz mangelt es auch künftig nicht. "Wenn neue dazukommen, müssen die alten eben näher zusammenrücken", hofft Weinand auf noch mehr farbenfrohe Narreteien in Metall. Die Sammler zu uns: Haben auch Sie eine ungewöhnliche Sammel-Leidenschaft oder kennen jemanden, der mit einer seltenen Sammlung aufwarten kann? Melden Sie sich bei d.schommer@volksfreund.de.

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