Orthodoxer Geist in Himmerod

HIMMEROD. (noj) Ein ganz besonderes Ereignis versprechen die Organisatoren der Veranstaltungsreihe "Bulgarien in Himmerod", die vom 5. Mai bis 3. Juni im Kloster Himmerod geplant ist. Einen Monat lang stehen Kunst, Liturgie und Spiritualität thematisch im Vordergrund.

Bulgariens Beitritt zur Europäischen Union und auch die Konstantinausstellung in Trier sind zwei Gründe für die Organisatoren, das Land, dessen Kultur in Deutschland noch weitgehend unbekannt ist, zum Thema einer Reihe von Veranstaltungen zu machen. Kaiser Konstantin schlug damals durch sein Wirken eine Brücke von Trier über Rom und Serbica, dem heutigen Sofia, bis nach Istanbul, dem damaligen Konstantinopel. Abt Bruno Fromme zeigte sich im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund beeindruckt von Bulgarien. Piktogramme, älter als in Ägypten, seien ein Indiz für die frühe kulturelle Entwicklung des Landes. Besonderer Wert wird bei der Veranstaltungsreihe, zu der eine Ausstellung in der Alten Mühle und in der Klosterkirche, Seminare, Folklore und Konzerte zählen, auf die Verbindung der westlichen zur östlichen Kirche gelegt, sagt Elisabeth Heckmann, die die Vorarbeit zu den Angeboten geleistet hat. Wertvolle Kulturgüter verspricht sie für die Ausstellungen. Darunter seien 31 Ikonen und elf liturgische Gegenstände. Doch auch zeitgenössische Kunst wolle man zeigen. Ein außergewöhnlicher Ikonenmaler, ein Holzschnitzer und ein Maler und Grafiker würden im Mai nach Himmerod kommen und dort auch Kurse anbieten. Die Seminare, die jeweils am Wochenende stattfinden, haben besondere Schwerpunkte. Am ersten Mai-Wochenende (5./6. Mai) gehe es um die Ökumene zwischen der orthodoxen Ostkirche und der Westkirche. Am zweiten Wochenende (12./13. Mai) stehe das Besondere der ostkirchlichen Spiritualität im Mittelpunkt: Das immerwährende Herzensgebet. Dabei geht es um eine Form des "inneren" Gebets, das an jedem Ort und zu jeder Zeit sozusagen im Herzen verrichtet werden könne. Keine Konkurrenz zur Konstantin-Ausstellung

"Konstantin und Helena" sind das Thema des dritten Wochenendes vom 19. bis 20. Mai. "Wir bieten dabei auch Gesichtspunkte, die in Trier nicht aufgegriffen werden", sagt Heckmann. Dabei wolle man sich aber keinesfalls als Konkurrenz zu Trier sondern als Ergänzung sehen. Am Pfingstwochenende, 26. und 27. Mai, wird das "Element des Weiblichen" thematisiert. Die zentrale Figur Maria heiße im Osten Sophia und habe in früheren Zeiten eine wesentlich größere Bedeutung in der Kirche gehabt als im Westen. Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bilde ein Konzert mit einem Chor aus Sofia. "Lange Zeit eine Zitterpartie", wie Heckmann beschreibt. Erst durch das Goethe-Institut, das die Reise finanziere, sei der Besuch der Musiker in Himmerod möglich geworden. Hochkarätige Referenten verspricht Heckmann für die gesamte Veranstaltungsreihe. Einer davon ist Professor Wilhelm Maas aus Trier, der auch an den Vorbereitungen beteiligt ist. Angefangen habe man mit den Planungen bereits vor einem Jahr. Dabei sei die Finanzierung eine große Herausforderung gewesen, sagt Walter Densborn, der Geschäftsführer des Himmeroder Forums. "Wir haben unglaublich schöne Kontakte, aber alle haben kein Geld", beschreibt er die Schwierigkeiten, das Vorhaben finanziell zu stemmen. "Aber wir ziehen das jetzt durch", gibt er sich optimistisch.

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