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Ortsdurchfahrt Bombogen wird für 5.7 Millionen Euro saniert

Verkehr : Neue Ortsdurchfahrt  für 5,7 Millionen Euro

Gleich nach Ostern starten umfangreiche Arbeiten in Wittlichs Stadtteil Bombogen. Mehr als 7500 Fahrzeuge belasten die Fahrbahn und den Unterbau jeden Tag. In einer Bürgerversammlung wurden Details der Sanierung vorgestellt. Die Umleitung über den Ürziger Bahnhof und fehlende verkehrsberuhigende Maßnahmen wurden kritisiert.

Luxus ist es nicht, dass die L55, die durch Wittlichs Stadtteil Bombogen führt, saniert wird, auch wenn einem angesichts der Gesamtkosten von 5,7 Millionen der Gedanke kommen könnte. Die Straße ist mehrmals notdürftig repariert worden, es gibt Löcher, Risse und Bodenwellen auf einer Länge von 840 Metern. Es werden bei den Arbeiten, die nach Ostern beginnen und im Dezember 2023 beendet sein sollen, nicht nur die Asphaltdecke, sondern auch die Wasserleitungen samt Hausanschlüssen komplett erneuert. Am Kanal werden Verbesserungen durchgeführt, die Gehwege und Beleuchtung gemacht und es werden zwei Überquerungshilfen in Form von langgezogenen Inseln in der Straßenmitte gebaut.

Bei einer Bürgerversammlung im Pfarrheim Bombogen waren Vertreter des Landesbetriebs Mobilität, der Stadt Wittlich und der Stadtwerke, die alle an der Gemeinschaftsmaßnahme beteiligt sind. Das Land baut die Straße, die Stadt ist für die Zufahrten und Gehwege zuständig. Die Kosten teilen sich die beiden Institutionen bei den Grünflächen und Angleichungen.

Insgesamt kostet das Projekt 5,7 Millionen Euro. Die Stadt zahlt 1,23 Millionen, auf die Stadtwerke kommen 1,9 Millionen zu und das Land steuert 2,58 Millionen bei. Winfried Schmitt, Leiter der Fachgruppe Bau des LBM sagt zu den Zahlen: „Das sind die Zahlen, die wir ermittelt haben. Wie sie sich entwickeln, wissen wir selbst noch nicht.“

Es wird in fünf Bauabschnitten gearbeitet, die zwischen 40 und 310 Meter lang sein werden. Eine Umleitung wird über den Ürziger Bahnhof ausgeschildert werden. Das hat bei den rund 60 anwesenden Bürgern großes Unverständnis ausgelöst. „Sollen wir zwölf Kilometer Umweg fahren, um nach Wittlich einkaufen zu kommen?“ fragte ein Bombogener kopfschüttelnd. Auch die Geschäftsleute sehen darin Probleme, wenn Zulieferer oder Kunden große Umwege in Kauf nehmen müssten. Daraufhin verwies Schmitt auf Beispiele in anderen Orten, wo Hinweisschilder aufgestellt wurden oder die Kunden über die Internetseite des Betriebs oder des Stadtteils informiert wurden.

Ordnungsamtsleiter Jan Musweiler sprach davon, dass es in Ausnahmefällen auch die Möglichkeit gäbe, Ausnahmegenehmigungen zu erteilen, um Straßen zu nutzen, die nicht zur offiziellen Umleitung gehörten.

Ein weiterer Diskussionspunkt waren die zu hohen Geschwindigkeiten, die im Ort gefahren werden und die Gefahrenstelle an der Grundschule. Die Anwohner waren sehr verwundert, dass keine geschwindigkeitsreduzierenden Baumaßnahmen an den Ortseingängen vorgesehen seien. Jan Musweiler schaltete sich auch hier ein und verwies auf Untersuchungen der Stadt: „Wir haben Untersuchungen gemacht, aus denen klar hervorgeht, wo und wie häufig zu schnell gefahren wird. Die Grundlagen sind also da.“

Das sah der Vertreter des LBM anders und verwies auf eigene Messungen, die zu anderen Ergebnissen geführt hätten. „Wenn wir aber belastbare Ergebnisse haben, dann kann man noch bei der Planung nachschieben. Oft ist aber das Geschwindigkeitsempfinden anders als die Tatsachen.“ Über den Wiederaufbau  der Ampel nach den Bauarbeiten wollen der Ortsbeirat und die Planer noch einmal sprechen. „Es ist zu überlegen, ob andere Querungsmöglichkeiten nicht sicherer sind, denn die rote Ampel wird oft überfahren“, so Ortsvorsteher Mario Wellenberg. Bei der Grundschule vermissen einige Bürger eine Bushaltebucht  und es wurde eine farbliche Gestaltung angeregt, die zum langsameren Fahren anregen könnte.