Ortsdurchfahrt wird zur Baustelle

Kaum sind die Umbauarbeiten in der Ganztagsschule durchgestartet, stellt sich die Gemeinde Mülheim auch schon auf die Erweiterung des Kindergartens ein. Parallel dazu wird in den nächsten Jahren die komplette Ortsdurchfahrt erneuert.

Mülheim. In Mülheim folgt seit einigen Jahren ein Großprojekt aufs nächste. Kaum hat der Ort 2005 sein Haus "Haus der Gemeinde" eingeweiht sowie im vorigen Jahr den neuen Kunstrasenplatz, da steht auch schon ein weiteres Vorhaben ganz oben auf der Liste: der Ausbau der gesamten Ortsdurchfahrt. Nach diversen Rohrbrüchen drängen die Werke der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues auf die Erneuerung der 1907 im Dorf verlegten Wasserleitungen. Parallel dazu bietet sich der Ausbau der Straße an, was in drei Bauabschnitten vorgesehen ist. Bereits 2009 soll es losgehen mit dem mittleren Stück vom Bergweg an der Brückenauffahrt vorbei bis zur Abzweigung Veldenzer Straße. Die Planungen sind bereits angelaufen.

Weitere, jeweils gut 300 000 Euro teure Bauabschnitte sind in Richtung Sportplatz sowie in Richtung Tankstelle vorgesehen. Da es sich überwiegend um Gemeindestraßen handelt, bedeutet das Vorhaben für Mülheim eine immense Herausforderung. Bedeutsam ist es aber auch für die Bürger, die sich zu 60 Prozent an den Kosten beteiligen müssen.

Nicht zuletzt mit Blick auf die bevorstehenden Arbeiten hat die Gemeinde daher 2007 eine kleine Verschnaufpause bei den Investitionen eingelegt. Allerdings hat sie dennoch die Post- und Gartenstraße ausgebaut.

Gut vorangekommen ist zudem die Umwandlung der örtlichen Schule zur Ganztagsgrundschule. Die mobilen Klassenzimmer, in denen die Kinder vorübergehend unterrichtet wurden, sind mittlerweile wieder verschwunden. Jetzt steht nur noch die formelle Einweihung an. Die Gemeinde wird sich daher demnächst voll und ganz dem Umbau des Kindergartens widmen können. Denn künftig sollen dort in zwei neuen Krippen-Gruppen auch Kleinkinder betreut werden. Parallel zu der Erweiterung wird der Bau grundlegend renoviert. "Wenn alles gut geht, soll es dort im November mit den Arbeiten losgehen": Ortsbürgermeister Horst Faust sieht der Umsetzung optimistisch entgegen.

Mit einem Projekt hat es allerdings nicht geklappt, wie der Gemeindechef bedauert: Der stets gut belegte Campingplatz unmittelbar an der Mülheimer Brücke ist aus dem Ortsbild verschwunden. Der Eigentümer des Platzes hatte in der Hoffnung auf ein attraktiveres und größeres Areal in unmittelbarer Nähe das Gelände verkauft.

Nach Auskunft Fausts hatte die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord den für eine Verlegung erforderlichen Änderungen des Flächennutzungsplanes schon zugestimmt. Aber der Rat habe "nicht so richtig mitgezogen": Faust ist enttäuscht, dass er letztlich als einziges Ratsmitglied das Vorhaben befürwortete.

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