Ortsfremnde nutzen in Enkirch verbotene Wege

Verkehr : In Enkirch kann es eng werden

Autos mit Bootsanhängern, Wohnmobile oder LKW: Viele Ortsfremde fahren seit der Sperrung der Traben-Trarbacher Schottstraße über Enkirch in den Hunsrück. Und das, obwohl die Straße eine Durchfahrtsbeschränkung hat.

Zwei Meter breit ist die Straße Wallgraben im Ortskern von Enkirch, etwa 2,60 Meter hoch dürfen Fahrzeuge sein, die durch die mit Kopfsteinpflaster bedeckte Straße fahren können, ohne links, rechts oder oben anzuecken. Doch einige ortsunkundige Fahrer missachten das, obwohl am Anfang der Straße, aus Richtung Mosel kommend, Schilder die Höhen- und Breitenbegrenzung anzeigen. Neulich erst habe hier ein riesiger LKW direkt vor seinem Haus einen der Metallbögen, die über die Straße führen, angefahren und zerstört, sagt Ralf Hille, der im Wallgraben wohnt. „Der dadurch entstandene Krach war nicht zu überhören“, erzählt Hille. „Ich habe dem Fahrer noch laut nachgerufen, um ihn zu stoppen, aber er ist weitergefahren.“

Sein Nachbar Heiko Schütz vom gegenüberliegenden Weingut Stiftshof, zu dem der Bogen gehört, hat  gehandelt und ist dem LKW-Fahrer gefolgt, die Polizei war inzwischen auch informiert. Bis Schütz den Fahrer stellte, hat es jedoch lange gedauert, mehrere Polizeidienstellen waren involviert: Erst in Ingelheim am Rhein war die Fahrt zu Ende. Aber es habe sich, so Schüz, gelohnt: Rund 2500 Euro Schaden seien an dem Bogen entstanden, die der Fahrer jetzt zahlen muss. Hinzukommen etwa 800 Euro Bußgeld wegen Fahrerflucht. Auch ein Poller wurde in der Straße schon umgefahren, der Spiegel eines parkenden Autos wurde ebenfalls abgefahren.

Foto: TV

Erlebnisse wie dieses haben die Anwohner des Wallgrabens und der benachbarten Straßen in letzter Zeit häufiger. Denn seit die Schottstraße in Traben-Trarbach gesperrt ist (der TV berichtete, siehe Info) benutzen immer mehr Ortsfremde den Wallgraben, um in Richtung Hunsrück zu fahren.

Bauarbeiten_Schottstraße. Foto: TV/Lambrecht Jana

„Die Fahrer fahren stur nach Navi und das lotst sie dann hierdurch, weil es der kürzeste Weg ist. Und das, obwohl die Schilder am unteren Ende auf die Enge der Straße und die maximale Durchfahrtshöhe hinweisen“, sagt Hille. Aber auch in entgegengesetzter Richtung, vom Hunsrück in Richtung Mosel, komme immer wieder unerlaubter Verkehr.

Wie dieses Wohnmobil versuchen seit der Sperrung der Schottstraße in Traben-Trarbach viele Ortsunkundige durch die engen Straßen in Enkirch zu fahren. Foto: TV/Ralf Hille

Auch Motorradfahrer nutzen oft die Abkürzung zwischen Mosel und Hunsrück, was zwar wegen der Höhen- und Breitenbeschränkung kein Problem ist, aber durch das Kopfsteinpflaster auf der Straße für enormen Lärm sorgt. Vor allem am Wochenende und bei gutem Wetter sei die Zahl der Motorradfahrer extrem, so Hille.

„Es ist nur eine Frage der Zeit, bis hier etwas passiert“, sagt Ralf Hille, und Heiko Schütz und Ludwig Hoffmann, der in der an den Wallgraben angrenzenden Sponheimer Straße wohnt, pflichten ihm bei.

LKW in Enkirch. Foto: TV/Ralf Hille

Mit ihrem Problem haben sich die Enkircher auch bereits an die VG-Verwaltung in Traben-Trarbach gewandt, gelöst worden sei es aber nicht. Eine Anfrage des TV an die Verwaltung blieb bis zum Redaktionsschluss gestern Abend unbeantwortet. Enkirchs Bürgermeister Roland Bender hatte bereits zu Beginn der Schottstraßen-Sperrung darauf hingewiesen, dass ein Verkehrschaos in der VG Traben-Trarbach drohe (TV vom 17. Januar). 

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