Ortskern erwacht aus Dornröschenschlaf
Thalfang · Stück für Stück wird das Ortsbild von Thalfang aufgehübscht. Erste Erfolge der Ortskernsanierung sind im Hunsrückort bereits sichtbar. Ein Privatinvestor meldet bereits Vollzug: Der Gebäudekomplex "Kehrein" an der Hauptstraße erstrahlt schon in neuem Glanz.
Thalfang. Die Resonanz bei den Thalfangern, sich an der Sanierung des Ortskerns zu beteiligen, könnte für Ortsbürgermeister Burkhard Graul nicht besser sein. Mittlerweile sind erste Ergebnisse bereits sichtbar. "Das hat sich bis jetzt gelohnt", sagt Graul. Und die nächsten Projekte, die Ortsmitte aufzuhübschen, stehen schon an oder werden bereits geplant.
Zwei Gebäude in der Hauptstraße, dem "Sorgenkind des Ortes", sollen noch von der Gemeinde oder Privatleuten saniert werden oder Parkflächen wie Grünflächen mit Wohlfühlcharakter weichen. Planungsmittel in Höhe von 10 000 Euro seien dafür bereits im Haushaltsplan eingestellt, sagt der Ortsbürgermeister.
Alte Scheune ist abgerissen
Eine der großen Schandflecken inmitten von Thalfang ist bereits aus dem Ortsbild getilgt. Die baufällige alte Scheune neben dem Elektro-Fachgeschäft Vochtel an der Einmündung Koblenzer Straße in die Hauptstraße ist abgerissen.
Der Bäscher Architekt Roland Oettel baut an dieser Stelle ein dreistöckiges Mehrfamilienhaus mit sechs Wohneinheiten auf einer Wohnfläche von 435 Quadratmetern. 900 000 Euro lässt sich der Architekt seine Investition kosten. Im Juni nächsten Jahres sollen die Wohnungen bezugsfertig sein.
Neben Oettel ist auch Werner Kiefer von der Thalfanger WK Gruppe Pionier bei der Ortskernsanierung. Er meldet mittlerweile bereits, dass die Sanierung des Gebäudekomplexes "Kehrein" an der Hauptstraße abgeschlossen ist. Der Komplex mit 1000 Quadratmetern Wohn- und 330 Quadratmetern Verkaufsfläche sei bis in die 1950er Jahre das Einkaufshaus im Hunsrück gewesen, erzählt Kiefer.
Alle Wohnungen vermietet
Für rund 600 000 Euro hat der Unternehmer zwei der Gebäude sowie den Dachboden komplett saniert, Böden erneuert, der Fassade einen neuen Anstrich gegeben, Elektrik sowie Heizung und Wasser- wie Abwasserleitungen erneuert.
Die Vorderfront hat drei französische Balkone bekommen und sieben Dachgauben zieren nun das Hausdach. "Und das Schönste daran ist", schwärmt Kiefer, "alle sieben Wohnungen sind bereits vermietet." Zum größten Teil nicht an Thalfanger. Das letzte der drei Gebäude soll in den nächsten drei bis fünf Jahren saniert werden. Um die 200 000 Euro will Kiefer dort hineinstecken. "Das animiert die Leute und sorgt für Nachahmung", ist sich Kiefer sicher.
Des Weiteren plant ein Bauunternehmer aus Hermeskeil, in den kommenden Jahren das Gebäude des ehemaligen Hotels Bickler zu sanieren, um darin Wohn- und Geschäftsräume unterzubringen.
Kundenparkplatz geplant
Die Sparkasse hat hingegen den schäbigen Anbau und den Schuppen verschwinden lassen, die das Gebäude verschandelt hatten. Dort soll demnächst ein Kundenparkplatz mit zehn Parkflächen entstehen.
Wirtschaftsförderer Josef Adams: "In den letzten eineinhalb Jahren ist in Thalfang eine ganze Menge passiert. Das merkt man sofort, wenn man durch den Ort geht."