Ortskern soll nicht austrocknen

Die Doppelgemeinde Kinheim-Kindel hat für ihre 830 Bürger einiges realisieren können. Für die Zukunft gilt es daher vor allem, den Ortskern zu erhalten und dem Problem der zunehmenden Leerstände entgegenzuwirken.

Kinheim-Kindel. Die wichtigsten Projekte sind in Kinheim-Kindel bereits realisiert. "Wir haben so ziemlich alles erreicht, was wir machen wollten", bilanziert Ortsbürgermeister Günter Jacoby. Dennoch gibt es etwas, das ihm für die Zukunft der Doppelgemeinde am Herzen liegt: die Ortskernsanierung. Mittlerweile gebe es "eine ganze Menge" alter Häuser, die unbewohnt seien. Andererseits ist es der Gemeinde aber auch gelungen, die Zahl der Einwohner von aktuell 830 auf dem gleichen Niveau zu halten. Zu danken sein dürfte das nicht zuletzt den beiden großen Neubaugebieten. In dem in zwei Bauabschnitten erschlossenen Neubaugebiet "Auf Petsch" ist inzwischen der Endausbau erfolgt. Es seien schon fast alle Bauplätze verkauft, begrüßt Jacoby die Ansiedlung junger Familien. Allerdings ist er sich auch der Kehrseite der Medaille bewusst: "Das Problem ist, dass der Ortskern austrocknet." Das Ziel müsse daher sein, diesen zu erhalten und attraktiver zu gestalten, hofft er, die dortigen Leerstände langfristig vermarkten zu können.

Parallel zur Erschließung des Neubaugebietes wurde in Eigenleistung das örtliche Spielplatzangebot auf den neuesten Stand gebracht. Die Gemeinde verfügt laut Jacoby derzeit über drei Anlagen: einen Kinderspielplatz in Kindel und zwei in Kinheim, und zwar "Auf Petsch" und am Kindergaren. Aber auch die Kindertagesstätte selbst ist nach Auskunft des Gemeindechefs im vorigen Jahr "ganz auf den Kopf gestellt" worden: "Da können wir jetzt auch Kinder unter zwei Jahren aufnehmen", verweist er auf die entscheidende Neuerung zum 1. Januar dieses Jahres. Zusätzlich zu den beiden Gruppenräumen sei ein Bewegungsraum geschaffen worden sowie ein Kreativraum, und es gebe jetzt auch Duschmöglichkeiten.

Harmonie im Gemeinderat



Die gute Belegung bestätige, dass die Entscheidung für diese Investition richtig war. "Wir sind total ausgebucht", freut sich Jacoby, dass zurzeit 32 Kinder dort angemeldet sind.

Im Jahr zuvor hatte die Gemeinde zudem ihre Sucellus-Halle realisiert. Der Name erinnert an die 1976 in Kinheim-Kindel gefundene Skulptur des gallisch-keltischen Gottes des Waldes und Fruchtbarkeit, der auch über die Winzer und Weinküfer wacht. Für den Umbau und die Erweiterung der früheren Turnhalle haben die Ortsvereine laut Jacoby eine Eigenleistung im Wert von 50 000 Euro erbracht. Außerdem gibt es in Kindel nun auch einen Sucellus-Platz.

Dass Kinheim-Kindel Projekte wie diese hat realisieren können, führt Jacoby vor allem auf die Harmonie im Gemeinderat zurück. Dort werde immer sachlich diskutiert und daher auch "viel auf die Reihe gebracht".