Ortsvorsteher befürchtet „Slums“ in Neuerburg

Stadtteilserie : Ortsvorsteher befürchtet „Slums“ im Wittlicher Stadtteil Neuerburg

Im Wittlicher Stadtteil Neuerburg ist die Sanierung des Ortskerns ein wichtiges Thema.

In der TV-Stadtteilserie steht nach Bombogen und Lüxem heute Wittlich-Neuerburg im Fokus. Im Gespräch mit Ortsvorsteher Udo Reihsner blickt der TV auf die Themen, welche die Neuerburger und dabei natürlich auch den Ortsbeirat beschäftigen.

Ortskern Ein Hauptthema im Ort für die nächsten Jahre werde die Sanierung des Ortskerns, sagt Reihsner. „Mit Sorge stellen wir in Neuerburg fest, dass zunehmend alte und dabei oft nicht erhaltenswerte Immobilien von externen Käufern erworben und ohne nennenswerte Unterhaltungsmaßnahmen weiter bewohnt oder dem Verfall preisgegeben werden.“

Das führe zu katastrophalen Zuständen, die sowohl das Ortsbild als auch den Dorffrieden stark belasten würden, sagt Reihsner.

„Wir befürchten eine regelrechte Verslumung in verschiedenen Straßen. Deshalb suchen wir gemeinsam mit der Stadt Wittlich nach Lösungen, um die alten Gebäude und Grundstücke zu erwerben. Wir wollen sie entweder einer geordneten Sanierung oder durch Abriss einer Neubebauung zuführen.“

Kapelle Die Sanierung der Nikolauskapelle liege den Neuerburgern ebenfalls sehr am Herzen, sagt Reihsner. „Sie ist doch auch ein Wahrzeichen Neuerburgs und bietet einen wunderbaren Ausblick auf den Ort und den Neuerburger Kopf.“ Die Sanierung der Kapelle werde in Kürze von der Stadt Wittlich in Angriff genommen. „Dankenswerterweise haben sich die Neuerburger Möhnen bereit erklärt, zukünftig die Pflege des Denkmales zu übernehmen.“

Hochspannung Beim Neubau der Stromtrasse entlang des Neubaugebietes pochen die Neuerburger auf die Verlegung von Erdkabeln. Eine Höchstspannungsfreileitung, wie sie die Firma Amprion derzeit plane, wolle man dort nicht sehen, sagt Reihsner. Zurzeit läuft das Planfeststellungsverfahren zu Neuerrichtung der Höchstspannungsfreileitung von Metternich nach Niederstedem. „Wir wollen erreichen, dass die Neuerrichtung als Erdkabel an Neuerburg und Dorf vorbei geplant wird.“ Die gesundheitliche Unbedenklichkeit von Freileitungen sei nach wie vor umstritten, meint der Ortsvorsteher. „Außerdem gehen bei höherer Luftfeuchtigkeit von Freileitungen erhebliche Geräusche aus und sie stören das Landschaftsbild empfindlich.

Brauchtum Ein weiteres Ziel des Ortsbeirates, sagt Reihsner, sei die Pflege des Brauchtums. „Wir wollen die einheimischen Vereine unterstützen und das Brauchtum wie die Bergmesse und die Kirmes pflegen.“ Deshalb gebe es in Neuerburg einen Trägerverein, der die Bürgerhalle unterhalte und das Equipment für die Festveranstaltungen vorhalte. „Aber wir wünschen uns, dass auch die Neubürger im Stadtteil die Vereine und Veranstaltungen durch ihre Teilnahme mehr unterstützen.“

Ein gutes Beispiel für eine funktionierende Gemeinschaft seien die Senioren, die sich an jedem  zweiten Dienstag im Monat träfen und gemeinsame Fahrten unternähmen.

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