Oscar-Verleihung der besonderen Art

Oscar-Verleihung der besonderen Art

BERNKASTEL-KUES. Die Entwicklungsagentur Bernkastel-Kues hat bereits einige Projekte in der Stadt angestoßen und umgesetzt. Dabei steckt sie noch in den Kinderschuhen.

Der Ort für die erste Mitgliederversammlung der Entwicklungsagentur Bernkastel-Kues war ungewöhnlich. Das kommunale Kino ist nicht gerade als Tagungsort bekannt, was sich, so Geschäftsführer Hermann Lewen, aber ändern soll. Vielleicht hing die Wahl des Schauplatzes ja damit zusammen, dass am Montagabend in dem Lichtspieltheater ein "Oscar" verliehen wurde. Und in den Genuss dieser Auszeichnungen kommen normalerweise nur Filme und Schauspieler. Damit kann Bernkastel-Kues allerdings noch nicht dienen. Die Stadt ist jedoch auf dem besten Weg, sich auf andere Art aus der Masse herauszuheben: durch Qualität und Service. Dafür wurde die Entwicklungsagentur vor etwas mehr als einem Jahr gegründet, und dafür wird seither gearbeitet. Und diese Arbeit wird in Zukunft noch ausgeweitet. Wanderpokal wird jährlich neu vergeben

Am Montagabend wurde die erste Bilanz gezogen. Und im Rahmen der Versammlung wurden die drei Betriebe ausgezeichnet, die bei einem anonymen Städtecheck im Oktober 2005 am besten abgeschnitten haben. Auf den dritten Platz kam das "Bernkast'ler Fenster", ein Zusammenschluss von 20 Händlern. Platz zwei belegte die Gaststätte "Altes Brauhaus". Die beste Note vergab der anonyme Tester für den Campingplatz im Stadtteil Wehlen. "And the Service-Oscar goes to the Campingplatz Schenk", stand auf der Leinwand zu lesen. Dazu wurde die passende Musik gespielt. Der Wanderpokal, den Christian und Heiner Schenk entgegennahmen, soll in Zukunft jährlich vergeben werden. Zwischen dem Ehepaar Schenk und der Entwicklungsagentur funktioniert die Zusammenarbeit offenbar tadellos. "Die Entwicklungsagentur versorgt uns mit tollen Ideen", lobte Christian Schenk. In der Stadt sei eine neue Kultur entstanden Es sei bereits viel bewegt worden, sagte Hermann Lewen, der der so genannten Strategiekommission angehört. "Die Nachbarn schauen neidisch auf uns", sagte er. In anderen Städten loderten auch mal kleine Feuerchen auf. "Aber dort fehlt die Grundkonzeption", sagte er.Auftritt bei der Tourismusbörse

In Bernkastel-Kues ist die vorhanden, wie Entwicklungsagentur-Vorsitzender Victor Hees und andere Funktionsträger erläuterten. Die Entwicklungagentur zählt mittlerweile 118 Mitglieder. 96 Qualitäts-Coaches wurden ausgebildet, zehn Betriebe und auch der Stadtrat wurden zertifiziert. In wenigen Wochen darf sich die Stadt bei der Internationalen Tourismusbörse in Berlin präsentieren. Viele Geschäfte haben sich von Einzelhandelsberater Daniel Schnödt beraten lassen. Einige Betriebe haben bereits ihre Läden umgestaltet. Und verzeichnen seither steigende Umsätze, vermeldete Schnödt. 2006 soll die Mitgliederzahl der Entwicklungsagentur auf 200 gesteigert werden. Mit neuen Betriebs- und Themenkonzepten soll das Qualitätslevel weiter nach oben gehen. Vor gut einem Jahr hatte Victor Hees Folgendes gesagt: "Die Stadt hat einen einmaligen Charakter, aber wir müssen sie zukunftsfähig machen." Am Montag machte er weiteren Schritt nach vorn. "Die Zukunft in den Köpfen hat begonnen", sagte er in seinem Schlusswort.

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