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Ostermarkt am Hunsrückhaus lockt trotz eisiger Temperaturen mehr als 1000 Besucher an

Veranstaltung : Frühlingsboten treffen Winterfrost

Der Ostermarkt am Hunsrückhaus lockt trotz eisiger Temperaturen mehr als 1000 Besucher an.

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche, dichtete einst Goethe. Von wegen: Minus sieben Grad und ein gnadenloser Wind der den Schnee verwirbelte,  verlangten den 25 Standbetreibern beim Ostermarkt am Hunsrückhaus, die sich dafür entschieden hatten, im Freien aufzubauen, starkes Durchhaltevermögen ab. „Einige zogen auch wieder ab. Ihre leichten Pavillons hätten der Windbelastung nicht standgehalten“, sagte Birthe Feil, die Rezeptionsleiterin. Von den ursprünglich angemeldeten 49 Ausstellern blieben 42 übrig.

Zunächst waren auch die Zufahrtsstraßen noch nicht geräumt. Trotzdem kamen immerhin mehr als 1000 Menschen, die sich über die Angebote freuten, vor allem, weil das meiste aus der Region stammt.

Allerdings nicht aus aktueller Ernte oder Zucht. „Diese Osterglocken kommen aus dem Gewächshaus“, erklärte Blumenhändlerin Angela Scherf aus Newel-Butzweiler. Draußen wächst halt noch sehr wenig.

Regional sind auch die Bienenprodukte, Honig und Wachs, von Christine Ostertag aus Börfink. Bei ihr passt nur der Name zum Anlass, denn sie musste regelmäßig Eiskristalle von ihren Tüten mit Honigbonbons oder den Wachshasen wischen. „Ich halte mich in Bewegung. Und wenn das nicht hilft, setze ich mich ins Auto mit Standheizung“, berichtete sie von weiteren Gegenmaßnahmen.

Kuschelig warme Wollmützen aus eigener Produktion bot Frank Flick aus Hoppstädten-Weiersbach feil. Wenn gerade kein Kunde da war setzte er sich aufs elektrische Heizkissen.

Im Hunsrückhaus herrschte wohlige Wärme. Hier waren die Sachen ausgestellt, die keine Kälte vertragen, etwa die Gemälde von bunten Frühlingsblumen der Künstlerin Ursula Stimmler aus Züsch oder die schön bemalten und dekorierten Eier von Elisabeth Schording aus Malborn-Thiergarten. „Mit Kreativität trotze ich meinem Rheuma“, erklärte die Rollstuhlfahrerin, warum ihre Kunst für sie überlebenswichtig ist.

 Eva Wagner aus Wirschweiler führte die Kunst des Spinnens vor, während Stefan Riehm aus Gollenberg Figuren aus 500 Jahre altem Eichenholz dabei hat.
Eva Wagner aus Wirschweiler führte die Kunst des Spinnens vor, während Stefan Riehm aus Gollenberg Figuren aus 500 Jahre altem Eichenholz dabei hat. Foto: Herbert Thormeyer
 500 Jahre altes Eichenholz ist für Stefan Riehm aus Gollenberg viel zu schade zum Heizen. Foto: Herbert Thormeyer
500 Jahre altes Eichenholz ist für Stefan Riehm aus Gollenberg viel zu schade zum Heizen. Foto: Herbert Thormeyer Foto: Herbert Thormeyer

Einfach 500 Jahre altes Eichenholz durch den Kamin jagen, kommt für Stefan Riehm aus Gollenberg nicht in Frage. Herzen, Hasen, Schlüsselanhänger, ja sogar Brezeln schnitzt der gelernte Bäcker daraus. Sogar die Nägel, die Balken zusammengehalten haben, hat er aus einem historischen Haus gerettet, bevor es abgerissen wurde. „Nach und nach wurde ich zum Holzfachmann“, erzählte er mit Stolz. Die Vorführung historischer Handwerkskunst, vom Besenbinder über das Korbflechten bis zum Spinnen machten den Ostermarkt am Hunsrückhaus wieder zu einem besonderen  Erlebnis.