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Paar aus der Eifel bricht auf: Über den Landweg mit dem Van nach Nepal

Reise : Mit dem Camping-Van nach Kathmandu: Zwei junge Eifler erfüllen sich ihren Lebenstraum (Fotos)

Jule Braun und Lars Nett fahren mit einem selbst umgebauten Van über den Landweg nach Nepal. Mehr als 8000 Kilometer Strecke haben sie vor sich. Am vergangenen Wochenende sind sie gestartet.

„Ich bin schon immer gerne auf Reisen gegangen und wir dachten uns, wenn, dann machen wir es jetzt“, sagt Jule Braun. Die ausgelernte Industriekauffrau will mit ihrem Lebensgefährten Lars Nett aus Kolverath (Landkreis Vulkaneifel) über den Landweg bis nach Nepal fahren. Der Zeitpunkt ist für die beiden günstig: Nach Schule und abgeschlossener Lehre können sie jetzt die Zeit für eine Weltreise nutzen.

Lars Nett, 26 Jahre, hat eine Zimmermannsausbildung abgeschlossen, Jule Braun hat ihre Ausbildung auch gerade absolviert, sie lebt seit zwei Monaten in Kolverath bei ihrem Freund. Gebürtig ist sei aus Altrich und hat zwischenzeitlich in Salmtal gelebt. „Es ist der richtige Zeitpunkt für einen Break zwischen Ausbildung und Beruf, später schafft man das nicht mehr“, ist sich Jule Braun sicher.

Wie Lars und Jule einen alten Kastenwagen zum Wohnmobil ausgebaut haben

Einmal über den Landweg nach Nepal, das ist der große Traum der beiden – und das am liebsten mit einem Camping-Van. Sie hatten das Land zuvor schon einmal mit dem Flugzeug besucht und waren so begeistert, das sie zurückkommen wollten. „Wir wollten uns schon immer ein Auto als Wohnmobil umbauen. Dann haben wir herausgefunden, dass es möglich ist, über den Landweg nach Nepal zu kommen“, erklärt sie.

Die zwei Jahre des Corona-Lockdowns haben sie genutzt, um ein solches Auto zu finden: einen gebrauchten, robusten Opel Sprinter vom Typ Movano. Lars Nett konnte sich dann mit seinen Zimmermanns-Kenntnissen an dem Kastenwagen austoben. „Der Wagen ist zwar schon 19 Jahre alt und hat 200.000 Kilometer gelaufen, aber er ist sehr robust und wartungsfreundlich. Das ist in solchen Ländern wichtig“, findet Lars Nett.

Und so haben die beiden den Lieferwagen zum Wohnmobil umgebaut. Eine Küche mit Wasserversorgung, Kühlschrank, Herd, ein Doppelbett und eine Solaranlage auf dem Dach machen das Fahrzeug unabhängig. „Zusätzlich bauen wir jetzt noch eine Outdoor-Dusche dran“, sagt Nett. Er musste alles auf Maß passend machen und so ist der Wagen ein Unikat.

Sparsam sein und weit reisen können: erste Erfahrungen in Australien

Ein wenig Erfahrung in Sachen Weltreisen haben die beiden schon. „2017 sind wir nach dem Schulabschluss nach Australien geflogen, um ein Work-and-travel-Jahr zu machen. Wir hatten uns dort einen kleinen Kombi gekauft und haben sparen gelernt“, erzählt er. Acht Monate waren sie dort, haben auf Wassermelonenfeldern gejobbt, Zwiebeln verpackt und zum Schluss Ingwer in einer Farm geschnitten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. „Wenn man genügsam ist, dann funktioniert das“, sagt Jule Braun.

Mit dieser Philosophie wollen die beiden nun auch bis Nepal fahren. Mehr als 8000 Kilometer Wegstrecke warten auf sie, die sie in ihre Instagram-Account „juleundlars“ mit Fotos und kurzen Texten dokumentieren wollen.

Durch welche Länder geht die Reise nach Nepal?

„Wir fahren von Deutschland aus über Österreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Montenegro, Albanien, Griechenland, Türkei, Iran, Pakistan und Indien bis Nepal“, erklärt sie. Dabei wollen sie sich unterwegs schöne Plätze anschauen, einige davon haben sie schon auf ihrer Liste, die sie mit Google-Earth und den Google-Bewertungen erstellt haben.

Wenn der Wagen das durchgehalten hat, wollen sie damit auch den Rückweg antreten. Wie lange die Reise dauern wird? „Wir lassen uns Zeit und wissen nicht, wie lange es dauert, denn wir wollen uns auf der Wegstrecke alles anschauen, was uns gefällt. Der Weg ist das Ziel“, finden die beiden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Mit dem Van nach Nepal