Paddeln statt büffeln

BERNKASTEL-KUES. (red) Eine Woche sportliche Erholung stand für sechs Schüler der Rosenberg-Schule auf dem Programm.

Ginge es nach dem Willen von Desireé (7), Lukas (13), Markus (12), Alexander (13), Daniel (15) und Maximilian (15), würden sie die Schultaschen gerne wieder gegen Schwimmweste, Helm und Boot eintauschen. Die sechs Schüler der Rosenberg-Schule, die erstmals eine knappe Woche Paddeln im Altmühltal erlebten, sind vor Begeisterung kaum zu halten. Gameboy, Fernsehen oder Computer haben sie in diesen Tagen wohl nicht vermisst. Das sportliche Wandern mit dem Kanadier - lediglich mit reiner Muskelkraft - ist andernorts bereits ein pädagogischer Klassiker. So treffen sich seit 1998 jährlich verschiedene baden-württembergische Förderschulen und ein Gymnasium im Altmühltal und erleben gemeinsame Kanuwanderungen. Es wird in einfachen Holzhütten oder Zelten geschlafen. Steckdosen gibt es dort nicht, dafür aber um so mehr Natur und Lagerfeuerromantik. Andreas Witzig, Mitbegründer und über viele Jahre verantwortlich für diese Kanuerlebniswochen, arbeitet seit diesem Schuljahr als Förderschullehrer an der Rosenberg-Schule. Mit Marie Feltes, Karin Schönhofen-Becker und Martin Krötz bildete sich schnell ein Kanutenteam an der Rosenberg-Schule, das sich nun erstmals an dem schulenübergreifenden Paddeln im Naturpark Altmühltal beteiligte. Die neun teilnehmenden Schulen erlebten unter dem Motto "Steinzeit" spannende und erlebnisreiche Tage. Glück hatten die Rosenberger, da sie von einer Schule drei Kanadier geliehen bekamen. Der Förderverein der Rosenberg-Schule investierte in die Sicherheit der Kanuten und schaffte für die Schule einen Satz Sicherheitswesten an. Christa Fuchs und Holger Schäfer halfen als Schulleitung zudem bei der Organisation mit und unterstützten somit den Blick vom Wasser auf die Welt. Dass man mit dem Stechpaddel auch effektvoll andere Kanuinsassen nass machen kann, hatten die Schüler schnell raus. War der eine oder andere dann immer noch trocken, so fuhr man kleinere Stauwehre herunter, bei denen viel Wasser in die Boote schwappte - bei den hochsommerlichen Temperaturen ein willkommener Effekt. Neben den Kanutouren hatten die Schüler besonderen Spaß am Lagerfeuer machen, Stockbrot rösten oder an der eigens entwickelten Zaubervorstellung am Abschlussabend. Heimweh kam nicht auf. Alle Schüler wünschten sogar, länger zu bleiben. Das Kanuteam freute es, dass die Touren auf dem Wasser bei den Schülern so gut ankommen. Jetzt fehlen nur noch die eigenen Kanadier und der erforderliche Bootshänger. Sollte sich diese Frage lösen, wird es wohl auch im kommenden Schuljahr Paddeltouren für die Schülerinnen und Schüler der Rosenberg-Schule geben.

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