Papstbesuch auf dem "Balkan"

HOXEL/MORSCHEID-RIEDENBURG. An die 5000 Menschen sahen den vierten Fast-Nacht-Umzug auf dem "Balkan". Wagenbauer und Fußgruppen hatten sich mächtig ins Zeug gelegt, um den Zuschauern so manchen Augenschmaus zu bieten.

"Sehr zufrieden" war Zug-Chef Richard Ehlen mit dem bunten und illuminierten Zug, der sich am Donnerstagabend bei leichtem Schneefall über die ein Kilometer lange Strecke von Hoxel nach Morscheid-Riedenburg wand. Die Zahl der Wagen und Fußgruppen war im Vergleich zum Vorjahr mit rund 30 annähernd gleich. Doch qualitätsmäßig konnten die Karnevalisten aus dem Balkan, der Einheitsgemeinde und der Region noch einen draufsetzen: Da grüßte Papst Benedikt aus seinem beleuchteten Papamobil, ein Morscheider Vulkan spuckte immer wieder Feuer in den Nachthimmel über dem "Balkan". Unter dem Begriff fasst man die Dörfer Hoxel, Morscheid-Riedenburg und Wolzburg zusammen. Auch ein schwarz-rot-goldenes WM-Shuttle war mit von der Partie. Seine Insassen hatten übrigens die weiteste Anreise: Sie kamen aus Neumagen-Dhron. Das "Tor zur Welt" stand für eine Nacht nicht am Flughafen Hahn, sondern mitten in Hoxel. Jeder Wagen, jede Fußgruppe startete durch diesen Eingang, der künstlich vernebelt worden war. Das prominenteste Bauwerk stammte aus Trier: die Porta Nigra. Die Hoxeler Kegelclub-Mitglieder empfahlen den Morbachern, sich ein Beispiel an der römischen Baukunst zu nehmen. "Das Rathaus wurde vor 35 Jahren gebaut, es heute wie eine Ruine ausschaut", reimte Moderator Frank Arend, was das Zeug hielt. Gleich zwei Gruppen hatten sich der neuen Hunsrücker "Lustmeile" angenommen. "Balkanesischen Wein" kredenzten Wolzburger, verstärkt um die Brauneberger Weinkönigin, während Merscheider als "Stubbis" daherkamen. Eines ernsten Themas hatte sich die Rorodter Feuerwehr angenommen: Sie trug das Thalfanger Fleischwerk zu Grabe.