Parallelen zum Ortsgeschehen

Mehr als 450 Zuschauer haben in drei ausverkauften Vorstellungen den Zweiakter "Ein großer Tag für Wengerohr" erlebt. Die Schauspieltruppe stellte unmissverständlich klar, dass sich die Wengerohrer durch nichts aus der Ruhe bringen lassen.

Wittlich-Wengerohr. Der Zweiakter "Ein großer Tag für Wengerohr" nach Dirk Salzbrunn wurde vor allem wegen der Aktualität und Parallelen zum Ortsgeschehen ausgewählt. Dass sich die Wengerohrer über den gelungenen Bau des neuen Bürgerhauses freuen und stolz darauf sind, wurde dadurch noch einmal hervorgehoben.
Bürgermeister Schräger (Heribert Mechtel) ist stolz auf sein Einweihungsprogramm für die neue Bürgerhalle, vor allem, da dies gegenüber den Wittlichern mit ihrer Eventum-Einweihung absolut konkurrenzfähig ist. Leider sagen nach und nach alle Mitwirkenden für die Feierlichkeiten ab. Die einfallsreiche Sekretärin Frau Holler (Lydia Kern) improvisiert jedoch ein abgespecktes Ersatzprogramm mit den Gemeinderatsmitgliedern, so dass die Feier doch noch stattfindet.
Maurermeister Wagenwasser (Biggi Röder) beginnt mit der Festrede als Architekt, gefolgt von der Kindergärtnerin Frau Höschen (Nicole Fischer, Debütantin), die ein Flötensolo zum Besten gibt. Frau Brutzel (Natascha Raab-Sauer) fesselt die Besucher mit ihrem Zaubertrick, bevor der Archivar Huddelich (Erich Eppers) seine Interpretation von seinem Gedicht "Der Keller" aufsagt. Der musikalische Rahmen wird von den zwei Erzfeinden Feinrapp (Michael Wagner) und Schiesser (Gerhard Kien) abgerundet, die auf Wunsch des Bürgermeisters eine eher eigenwillige Präsentation des Stücks "Ein Freund ein guter Freund" vortragen. Ein nicht geplanter Höhepunkt ist der Heiratsantrag von Frau Holler an ihren Berthold, zu dem Pastor Rausch (Jochen Platz) seinen Segen gibt und nicht nur der Mutter vom Bürgermeister (Rosi Schleidweiler) die Tränen in die Augen treibt.
Alles wird für die Nachwelt von Wengerohr durch die engagierte Reporterin und stellvertretende Bürgermeisterin Elwira Zweiwald (Dorothee Blau) festgehalten. Dass am Ende statt der neuen Bürgerhalle auf Grund des Deckeneinsturzes nur die neue Friedhofsmauer eingewiehen wird, tut der feierlichen Stimmung und dem Programm keinen Abbruch.
Die Schauspielgruppe stellt unmissverständlich klar, dass sich die Wengerohrer durch nichts aus der Ruhe bringen, beziehungsweise das Feiern nicht vermiesen lassen. Regie sowie die Überarbeitung des Textes übernahm Johanna Peterka. Unterstützt wurden die Schauspieler von der Souffleuse Monika Ritter-Wagner, in der Maske verwandelte Susi Platz jeden in seine Rolle. Der große Beifall und Zuspruch des Publikums war der Lohn für die vielen Stunden, die die ehrenamtlichen Theaterspieler in ihrer Freizeit aufgewendet haben.red