Parkplatz Karrstraße: Bürger werden in Planung eingebunden
Wittlich · Die Wittlicher haben im Bürgerentscheid gegen eine Bebauung des Parkplatzes in der Karrstraße gestimmt. Die Verwaltung reagiert prompt: Es hat ein Treffen mit den Initiatoren gegeben, ein Planer nimmt die Arbeit auf, im Frühjahr können sich Bürger an der Gestaltung beteiligen.
Es geht voran. Das Ergebnis des Bürgerentscheides vor einem Monat hat allen Unkenrufen zum Trotz nicht dazu geführt, dass das Thema Zukunft des Geländes Parkplatz Karrstraße auf die lange Bank geschoben wird. Im Gegenteil: Die Reaktion ist prompt erfolgt. Es gab bereits zwei Treffen, unter anderem mit den Initiatoren des Bürgerbegehrens und Bürgerentscheids Dorothea Jüttermann, Hans Gelz und Karl-Heinz Kaspari mit Bürgermeister Joachim Rodenkirch und Büroleiter Rainer Stöckicht. Beim zweiten Termin war erstmals Planer Christoph Heckel vom Trierer Büro BGH-Plan mit dabei. Hans Gelz, Sprecher der Bürgerinitiative sagt: "Die Firma hat ja schon viele Projekte in Wittlich und auch Trier umgesetzt. Ihre Kompetenz steht außer Frage. Jetzt beginnt der Prozess, der erst mal die Richtung angeben soll." Rainer Stöckicht fasst auf TV-Nachfrage zusammen, was nach aktuellem Stand die zentralen Punkte einer künftigen Gestaltung sein können: "Erhalt der Parkplätze, Optimierung der Zufahrt, Begrünung, Multifunktionalität, Strom- und Wasserversorgung, keine Befestigung wie in der Oberstadt." Er sagt auch: "Die Mehrheit der abstimmenden Bürger hat für die Erhaltung des Parkplatzes Karrstraße ohne Wohn- und Geschäftsbebauung gestimmt. Da versteht es sich von selbst, dass die Ideen der Bürger auch aktiv in die Planung eingebunden werden sollen." Dazu steht der Zeitplan. Zunächst wird Christoph Heckel als Planer das Gelände systematisch im Hinblick darauf prüfen, was alles eine Gestaltung beeinflusst. Genannt werden als Beispiele: Topografie, städtebauliche- und architektonische Aspekte. Dann soll es einen Workshop geben. Wer mitdiskutieren will, ist eingeladen, die Initiatoren des Bürgerentscheides, die zuständigen Verwaltungsmitarbeiter und den Planer mit Ideen zu unterstützen. Aus allem, was machbar ist, soll Christoph Heckel dann Entwurfsplanungen anfertigen, die dann noch im ersten Quartal 2016 den Bürgern öffentlich gezeigt werden sollen. Zur Zeitschiene sagt Rainer Stöckicht: "Der Workshop soll möglichst im Januar/Februar 2016 stattfinden, Ende März dann die Entwurfsvarianten vorgestellt werden." Bürgermeister Joachim Rodenkirch hatte in der vergangenen Stadtratssitzung schon darauf hingewiesen, dass im Haushalt für 2016 bereits eine Summe vermerkt ist, um handlungsfähig zu sein. Laut Stöckicht geht es dabei um 50?000 Euro als Planungskosten. Was aber eine Umgestaltung des Platzes tatsächlich einmal kosten wird, ist unklar. Rainer Stöckicht: "Weitergehende Angaben über etwaige Baukosten können derzeit nicht seriös geschätzt werden, da diese stark von der Ausbauplanung abhängig sind." Und wann ist eigentlich der Stadtrat in diesem Zusammenhang gefragt, der ja mehrheitlich für eine andere Lösung war? Rainer Stöckicht: "Der Stadtrat wird bei formalen Erfordernissen zum Beispiel Vergaben eingebunden." Hans Gelz sagt aus Sicht der Unterstützer des Bürgerentscheides: "Fazit ist, dass es durch den Bürgerentscheid ein klares Votum gibt. Es ist positiv, dass das begriffen worden ist und im Sinne der Bürger umgehend und zeitnah gehandelt wird."