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Parkplatz platzt aus allen Nähten

Parkplatz platzt aus allen Nähten

Mit dem Auto zum Zug: Das ist die praktischste Variante, wenn man nahe den Gleisen einen Parkplatz findet. Am Hauptbahnhof Wittlich ist das so und sogar kostenlos: Seit 2005 gibt es 260 Park&Ride-Plätze. Die sind beliebter als das kostenpflichtige Angebot des ursprünglichen Bahnhofsparkplatzes und reichen nicht mehr. Die CDU will eine Erweiterung prüfen lassen.

Wer auf Urlaubsreise geht oder zum Arbeitsplatz unterwegs ist, steigt oft ins Auto. Und mancher steigt dann aus und um in den Zug. Doch wohin mit dem PKW? In Wittlichs Stadtteil Wengerohr war das früher so: Entweder man bekam einen von ehemals 150 Parkplätzen direkt vorm Bahnhofsgebäude und zahlte oder man suchte sich etwas Passendes in der Nähe: Wengerohr wurde "zugeparkt", besonders von Berufspendlern. Selbst wer eine Jahreskarte zum Preis von damals 150 Mark fürs Parken bezahlt hatte, musste sich oft in den Nebenstraßen umsehen, weil vor dem Bahnhof alles dicht war. Das sorgte für Ärger. Die Lösung der Probleme: ein Park&Ride-Platz auf der anderen Gleisseite mit Zufahrt übers Wengerohrer Industriegebiet und 260 Plätzen. Zum Vergleich: Das sind etwa halb so viele wie auf dem Parkplatz Rommelsbach im Stadtzentrum.

Seit 2005 gibt es sie. Ihre Anlage war Teil eines Ausbaus rund ums Bahngelände, der 1,9 Millionen Euro gekostet hat: 81 Prozent zahlte das Land, 19 Prozent der Kreis. Die Stadt Wittlich hat sich damals um die Ingenieurs- und Planungsleistungen gekümmert. Damals kritisierte noch Bürgermeister Ralf Bußmer, dass er es für eine "nicht zeitgemäße Lösung halte", wenn die Bahn als Hauptnutznießer des neuen Parkplatzes an den Kosten nicht beteiligt werde. Sein Nachfolger Joachim Rodenkirch wird sich womöglich auch mit dem Parkproblem am Bahnhof und den Kosten beschäftigen müssen: Weil der Park&Ride-Parkplatz nicht mehr ausreicht, hat die CDU für die Stadtratssitzung am Donnerstag, den Antrag gestellt, die Verwaltung möge prüfen "welche Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten für eine zeitnahe Erweiterung" der Anlage bestehen, und "kurzfristig entsprechende Mittel im Haushaltsentwurf einstellen". Denn, so schreibt die Fraktionsvorsitzende Elfriede Meurer: "Die vorhandenen Parkplätze reichen nicht mehr aus, so dass eine große Anzahl von Fahrzeugen regelmäßig auf den Banketten, Grünflächen und dem Radweg abgestellt sind." Sie ist zugleich CDU-Landtagsabgeordnete und kennt die Situation: Nach Mainz fährt sie mit dem Zug.

Der andere kostenpflichtige Platz vorm Bahnhof hat derzeit rund 100 Plätze, die nicht wirklich beliebt sind: Die Bahn hat das Gelände an die Firma Contipark vermietet. Contipark nimmt 50 Cent für 30 Minuten, einen Euro für die Stunde und 2,50 Euro für den Tag und wirbt mit einer Monatsgebühr von zehn Euro. Jedoch wer kein Ticket hat, der muss eine Vertragsstrafe von insgesamt 22,50 aufwärts (bei Fristüberschreitung) zahlen. Und Contipark lässt kontrollieren, zum Teil vier Mal am Tag.

Im Antrag der CDU steht nichts darüber, auf dem Park&Ride-Platz auch Gebühren zu erheben.
Die Sitzung des Wittlicher Stadtrates ist am Donnerstag, 28. Juni, 18 Uhr, in der ehemaligen Synagoge.