Parkplatz, wechsel dich!

WITTLICH. Die einzige Verkehrsader, die im Herzen von Wittlich Unter- und Oberstadt verbindet, ist die Karrstraße. Da dort das Wasserleitungsnetz für 105 000 Euro erneuert werden soll, will die Stadt auch gleich die überirdischen Verhältnisse ändern. Die vorgestellte Planung dazu wurde im Stadtrat ausgiebig diskutiert, auch weil Anwohner mit ihr zum Teil nicht einverstanden sind.

 Diese Lösung missfällt den Anliegern. Der Rat will nun prüfen lassen, ob die Parkplätze ab Hausnummer 19 (Daus) nicht auf die andere Seite verlagert werden können. Plan: John & Partner, Foto: Sonja Sünnen

Diese Lösung missfällt den Anliegern. Der Rat will nun prüfen lassen, ob die Parkplätze ab Hausnummer 19 (Daus) nicht auf die andere Seite verlagert werden können. Plan: John & Partner, Foto: Sonja Sünnen

Wie bekommt man ein Kamel durch ein Nadelöhr? Ob Gehweg, ob Fahrbahn: die Karrstraße ist wie sie ist, und das heißt zum Teil: Wenig "Spielraum" für Fußgänger wie Autoverkehr. Das Büro John und Partner sollte nun aus der Not eine Tugend machen. Knackpunkte waren: Die Mini-Gehwege etwa vor der Treppe der Klosterschenke (20 Zentimeter) oder im Bereich hinter dem Restaurant Daus (zum Teil 70 Zentimeter) auf ein akzeptables Maß zu vergrößern, gleichzeitig die Durchlässigkeit der Straße auch für Rettungsfahrzeuge zu gewährleisten und Parkplätze so anzuordnen, dass sie dort, wo zu schnell gefahren wird, für Ruhe sorgen und dort, wo es eng wird auch noch Fußgänger und fließenden Verkehr zulassen. Die Vorschläge: Drei Parkplätze in Fahrtrichtung links gesehen gegenüber der früheren Bushaltestelle, später rechts zwei Parkplätze vor dem Restaurant Daus eine Freifläche und noch ein Platz, dann Wegnahme der bisherigen Plätze bis auf zwei kurz vor der Oberen Kordel plus ein weiterer am Knick der Straße wie bisher. Summa Summarum neun Plätze, bislang gibt es elf und den provisorischen Parkplatz auf dem Gelände der früheren Markusschule, dass die Stadt gerne verkaufen würde. Dazu solle eine Gehweg-Breite von 1,50 Meter möglich werden. "So nicht!" haben Anwohner reagiert, die sich - insbesondere was das Parken angeht - den Jetzt-Zustand im Bereich Daus bis Gaststätte Treibhaus wünschen, beziehungsweise Plätze vor dem St. Markushaus anregten. Letzteres sei von der Polizei aus Verkehrssicherheitsgründen abgelehnt worden, hieß es im Rat. Außerdem sei zu akzeptieren, dass der Handlungsspielraum in der Karrstraße generell sehr eingeschränkt sei, sprich: Verbreiterungen sind unmöglich. Peter Daus Senior allerdings hatte sich schriftlich an die Stadt gewandt, um sich gegen den neuen zweiten Platz vor seinem Haus zur Wehr zu setzen. Er argumentiert: "Unser denkmalgeschütztes Haus würde aus dem Gesichtsfeld verschwinden und unsere Investitionen und Bemühungen zur Erhaltung eines der ältesten Bürgerhäuser Wittlichs und des Stadtbildes kämen weniger zur Geltung." "Warum kommen nicht alle Parkplätze auf die andere Seite?", fragte schließlich Harald Fau, FWG. "Ja warum kann man die Parkplätze vor Daus nicht ans Pfarrhaus verlegen?", legte Heinz Zender, SPD, nach. "Legen Sie einfach die Parkplätze rüber, und die Birne ist geschält", meinte auch Hans Gaß, SPD. Bürgermeister Ralf Bußmer fasste zusammen: "Im Ergebnis wäre es doch egal. Daus wäre von der Optik frei gehalten. Ich halte den Vorschlag, die Plätze zu spiegeln für zielführend." Das Planungsbüro wurde vom Rat, der ansonsten dem Beschlussvorschlag zustimmte, beauftragt, diese Änderung zu prüfen. Peter Daus allerdings ist nicht erfreut: "Die Regelung, die Parkplätze vor unserem Haus auf die andere Straßenseite zu verlegen, ist auch keine Lösung. Sie müssen auf der rechten Straßenseite belassen werden und zwar einer vor dem Tor vom Haus Daus - wie heute - sowie vor den Anwesen Karrstraße elf bis 17 wie sie auch heute vorhanden sind. Sollten die Plätze an der Pfarrhausseite ausgewiesen werden möchte ich darauf hinweisen, dass keine Möglichkeit mehr besteht, dass unsere Gäste von einem Autofahrer gebracht oder abgeholt werden können. Vor unserer Eingangstür könnte weder be- oder entladen werden." Weiterer Bericht folgt

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