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Party-Traum zum Abschied: Hunderte feiern friedliche Jesus-Christ-Birthday-Party in Kröv

Party-Traum zum Abschied: Hunderte feiern friedliche Jesus-Christ-Birthday-Party in Kröv

Nur noch mit dem Slogan „Ihr wisst Bescheid“ wirbt der Jugendclub Kröv für die Jesus-Christ-Birthday-Party. Ältere Jugendliche und junge Erwachsene warten seit 1994 in der Weinbrunnenhalle feiernd auf das Christkind.

Friedliche feiern Hunderte bei der Jesus-Christ-Birthday-Party in Kröv. Foto: Holger Teusch Foto: Holger Teusch

Die Bilder ähneln sich: Wenn in den ersten Sekunden des Heiligen Abends (also um 0 Uhr am 24. Dezember) der DJ "Last Christmas" des an diesem Weihnachten verstorbenen George Michael auflegt, liegen sich in der Kröver Weinbrunnenhalle alle in den Armen und wünschen sich frohe Weihnachten. Die Jesus- Christ-Birthday-Party (JCB-Party) hat mittlerweile Kultcharakter.

Und dass nicht nur für Jugendliche und junge Erwachsene aus der direkten Umgebung: "Wir sind zum ersten Mal hier. Es ist richtig schön voll", sagt Sophie, die extra aus Kobern-Gondorf (Kreis Mayen-Koblenz) nach Kröv gekommen ist.

Mehr als 2200 zahlende Gäste zählen die Verantwortlichen des Jugendclubs Kröv diesmal. Dazu kommen noch diejenigen, die sich vor der Kasse im Auenbereich an den dort aufgebauten Ständen vergnügen. 144 ehrenamtliche Helfer des Vereins sorgen zwischen 20 Uhr und 3 Uhr zusammen mit einem DJ-Team für eine ausgelassene Stimmung und volle Becher. Ein professioneller Security-Dienst, der diesmal mit 23 Mann vor Ort ist, gewährleistet für einen weitestgehend friedlichen Verlauf.

Und das, obwohl der Alkohol in Strömen fließt. "Die Anzahl der hochgradig Alkoholisierten geht nach oben", sagt nach dem Einsatz der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Bernkastel-Kues, Axel Schnitzius. Bei einem Alkoholtest seien 2,8 Promille festgestellt worden. Es seien vorwiegend junge, männliche Erwachsene bis 23 Jahre, die wohl nicht ohne Alkohol feiern könnten. "Es wäre mal interessant zu sehen, ob so eine Party auch alkoholfrei funktionieren würde", überlegt vor diesem Hintergrund der Einsatzleiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Daniel Fries.

Trotz des Alkoholkonsums haben die Sanitäter des DRK-Ortsvereins Traben-Trarbach, der von Wittlicher Kollegen unterstützt wird, eine verhältnismäßig ruhige Nacht. Als "relativ stressfrei" charakterisiert Fries den letzten Veranstaltungseinsatz des Jahres. 14 Mal habe man Hilfeleistung geben müssen. Das reiche von der Versorgung von Schnittverletzungen über Alkoholisierte bis zu Partygästen mit Kreislaufproblemen. Zwei Menschen seien ins Krankenhaus transportiert worden, sagt Fries, betont aber: "Es war nichts Lebensbedrohliches."

"Es war ein Traum von einer Party", resümiert Benjamin Beth. Etwas Wehmut kommt beim scheidenden Vorsitzenden des Jugendclubs Kröv nur kurz auf, als er am Morgen des Heiligen Abends zusammen mit einigen Dutzend anderen Helfern die Weinbrunnenhalle aufräumt. Da habe er dann doch kurz daran denken müssen, dass es seine letzte Party nach zehn Jahren im Vereinsvorstand (davon sechs Jahre als Vorsitzender) war, sagt der bald 30-Jährige, der bei der nächsten Jahreshauptversammlung nicht mehr kandidieren möchte.

Neue Leute, die wie beispielsweise Beths Stellvertreter Daniel Martini schon in den Startlöchern stehen, können auch für neue Impulse für die größte Weihnachtsparty an der Mosel sorgen, glaubt er. Aber als eingefleischter Kröver werde er natürlich weiterhin dabei sein.

Das sagt die Polizei: "Es war relativ ruhig", lautet das Resümee von Polizei-Einsatzleiter Axel Schnitzius. Sieben Mal habe man einen Platzverweis ausgesprochen, aber niemanden in Gewahrsam nehmen müssen. Allerdings habe das 20 Mann starke Einsatzteam, das während der JCB-Party in den Räumen des Jugendclubs Kröv traditionell eine provisorische Wache einrichtet, erst gegen halb fünf am Morgen komplett abrücken können. Nachdem die letzten Busse des kostenlosen Pendelverkehrs nach Bullay, Neumagen-Dhron und Wittlich um 3.20 Uhr abfuhren, warteten noch immer rund 200 Partygäste, dass sie mit einem Taxi nach Hause fahren konnten oder abgeholt wurden. Außer Polizei und DRK war auch eine Brandwache der Freiwilligen Feuerwehr Kröv vor Ort, die aber nicht eingreifen musste.
teu