Passivhaus und Stromproduzent

Beim Bau der Justizvollzugsanstalt Wittlich setzt der Landesbetrieb LBB auf Energieeinsparungen. Die Dämmung reicht nahe an den Passivhausstandard, außerdem kommen eine große Fotovoltaik-Anlage und ein Blockheizkraftwerk zum Einsatz.

Wittlich. Für 70 Millionen Euro baut das Land angrenzend an das 100 Jahre alte Wittlicher JVA-Gebäude einen Neubau, der modernsten Standards entspricht - vor allem, was das Thema Energie betrifft.

Kürzlich gingen die Fotovoltaik-Anlagen auf den Dächern des Haftgebäudes, des Verwaltungsgebäudes und des Justizvollzugskrankenhauses ans Netz und werden insgesamt einen Stromertrag von rund 100 000 Kilowattstunden pro Jahr erzielen, prognostiziert LBB-Geschäftsführer Hubert Heimann.

Um den Energieverbrauch zu senken, wurden im Haftgebäude außerdem eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sowie Fensterkontakte zur Abschaltung der Heizkörper bei offenem Fenster eingebaut.

Zur Strom- und Wärmegewinnung wird Anfang des Jahres 2009 ein Blockheizkraftwerk in der bestehenden Heizzentrale der JVA in Betrieb genommen.

Laut Aussage von Hubert Heimann führt die gewählte Wärmedämmung an der Gebäudehülle dazu, dass die JVA die gesetzlichen Vorgaben der aktuellen Energieeinsparverordnung um mindestens 40 Prozent unterschreitet. Damit komme die JVA nahe an den Passivhausstandard heran. "Auch beim Primärenergiebedarf inklusive Haustechnik und Bewertung der Energieträger liegen wir mit mindestens 30 Prozent unter den gesetzlichen Vorgaben", so Heimann.

Bereits 2007 hat die JVA den Weg zur Energieeinsparung beschritten. Heimann rechnet vor: "Im Einzelnen konnten bei der Wärmeversorgung etwa 10 000 Euro, beim Strom circa 3000 Euro und beim Wasser rund 14 000 Euro eingespart werden. Die Summe in Höhe von 78 000 Euro liegt damit deutlich über dem gesteckten Ziel von 51 700 Euro für das Jahr 2007." Der LBB-Geschäftsführer sagt durch die aktuellen Maßnahmen in den nächsten Jahren weitere Kostensenkungen voraus.

EXTRA

Bauabschnitte: Nach dem ersten Bauabschnitt, der für Mitte 2009 die Fertigstellung des neuen Haftgebäudes vorsieht, ist ab dem Jahr 2009 in einem zweiten Bauabschnitt geplant, Werkhallen für die Arbeitsbetriebe der inhaftierten Männer und Jugendlichen neu zu errichten sowie eine Sporthalle zu erweitern. Ferner sollen in dieser Phase verschiedene Umbaumaßnahmen realisiert werden, wie beispielsweise im Bereich des ehemaligen Verwaltungsgebäudes, des ehemaligen Justizkrankenhauses sowie der Justizvollzugsschule. In einem dritten Bauabschnitt, dessen Beginn für 2012 angesetzt ist, wird unter anderem ein Sportfeld ausgebaut und das bestehende Männerhaftgebäude für den Jugendstrafvollzug umgebaut. Auch die Erneuerung zweier Freiganghöfe ist vorgesehen.

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