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Pater Cyrill Greiter verlässt Kloster Himmerod

Pater Cyrill Greiter verlässt Kloster Himmerod

Zisterziensermönch Cyrill Greiter war angetreten, um die Klostergemeinschaft in Himmerod zu stärken. Eigentlich sollte er zwei Jahre bleiben. Dass er schon nach eineinhalb Jahren geht, überrascht viele. Gründe nennt er nicht.

Großlittgen. "Meine Amtszeit als Oberer ist abgelaufen. Und im Orden wird das so gehandhabt, dass der Alte geht, damit sich der Neue gut einarbeiten kann." So erklärt Pater Cyrill Greiter seinen Weggang aus Himmerod. Dazu ergänzt er: "Gründe dazu will ich nicht nennen." Das Gerücht, er wolle zurück in seine Heimatpfarrei, weil er Heimweh habe, dementiert er. "Ich habe die Berge vermisst, aber sonst nichts."
Freiwillig ist er im September 2012 gekommen, weil er gehört hatte, dass das Kloster in personellen Schwierigkeiten steckt. Ursprünglich sollte er zwei Jahre bleiben. Dass er schon früher geht, überrascht viele im Umfeld des Klosters, auch Karl-Josef Schleidweiler. Der Mann, der im Förderverein von Himmerod aktiv ist, sagt: "Ich habe Pater Cyrill als offen, freundlich und zupackend erlebt, dass er jetzt schon geht, ist überraschend. Die Gründe kenne ich nicht, und ich will auch nicht darüber spekulieren." Im März vor einem Jahr wurde Pater Cyrill von den zehn Mönchen Himmerods zum Administrator gewählt. Er wollte damals die Zukunft der Abtei in Himmerod sichern und die Klostergemeinschaft stärken.
Betriebe laufen gut


Dass die Zukunft der Abtei gesichert sei, hätten Cyrill die Ordensoberen bestätigt. Inzwischen habe sich die wirtschaftliche Situation der Klosterbetriebe stabilisiert. Walter Densborn, ehemaliger Bürgermeister von Manderscheid und ehrenamtlich in Himmerod tätig, erklärt: "Die Betriebe laufen gut. Wir schreiben schwarze Zahlen. 27 Personen sind mit den Aushilfen in Buchladen, Museum und Gaststätte angestellt, und die Fischerei ist an das DRK verpachtet."
Die Gemeinschaft der Brüder hat der Nordtiroler mit kleinen Maßnahmen, wie einer veränderten Sitzordnung, zu stärken versucht. In der Liturgie hat er von den rein gregorianischen Gesängen auf Lieder aus dem Gotteslob umgestellt.
Für die Mönchszellen liegt ein Renovierungskonzept vor, denn die Sanitärbereiche und die Elektrik müssen neu gemacht werden. Passiert ist in seiner Amtszeit aber noch mehr. Die Klostermauer wurde für 80 000 Euro renoviert, die Gärtnerei auf die Beine gestellt, wobei er es seinem Nachfolger überlässt, Näheres dazu zu sagen. Günter Weins, der das Kloster ehrenamtlich unterstützt, meint: "Er hat auch den internen Verwaltungsapparat umstrukturiert, und die Weichen für Himmerod gestellt."
Wer seine Nachfolge antritt, darf Pater Cyrill noch nicht sagen. Er geht aber davon aus, dass es zügig bekanntgegeben wird.
Vermissen wird der gelernte technische Glasbläser die Natur und die Stille von Himmerod. "Denn dort, wo ich jetzt hingehe, wohne ich an einer Hauptverkehrsstraße mit italienischem Fahrstil", bemerkt er lachend. Er hofft, dass die Freundschaften, die er in der Abtei geschlossen hat, Bestand haben werden. Im Konvent des Klosters war keiner der elf verbliebenen Patres für eine Stellungnahme zu erreichen.