Patienten nehmen neue Zentrale an

Die Bereitschaftsdienstzentrale am St. Elisabeth-Krankenhaus in Wittlich ist seit knapp drei Wochen Anlaufstelle für alle, die außerhalb von Praxis-Öffnungszeiten Hilfe brauchen. Mehr als 83 000 Menschen leben in ihrem Versorgungsbereich. Die Patienten nehmen die neue Zentrale gut an, sagt die Kassenärztliche Vereinigung.

Wittlich. Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist seit dem 20. September in Wittlich gebündelt. Seitdem hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz am St. Elisabeth-Krankenhaus eine neue Bereitschaftsdienstzentrale (BDZ) eingerichtet. Den Dienst leisten die niedergelassenen Ärzte. Leiter ist der Allgemeinarzt Norbert Schmitt aus Bernkastel-Kues. Die bisherigen Bereitschaftsdienste der Hausärzte in Bernkastel-Kues, Traben-Trarbach, Zeltingen/Kröv und Wittlich gibt es damit nicht mehr.Ärztemangel entgegenwirken


Der BDZ-Betrieb laufe reibungslos, und auch die Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus gestalte sich ohne Probleme, teilt KV-Pressesprecher Rainer Saurwein auf Anfrage mit. "Verbesserungsbedarf ist derzeit nicht erkennbar." Zudem werde die neue BDZ von den Patienten sehr gut angenommen. "Ein Grund hierfür könnte sein, dass die Patienten eine Rundumversorgung durch das Krankenhaus erwarten, in dem sich die Bereitschaftsdienstzentrale befindet", erklärt Saurwein. Die Zahl der Patienten und Hausbesuche könne zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht ermittelt werden.
Sabine Zimmer vom Verbundkrankenhaus erläutert den Vorteil, den die Lage der BDZ-Praxisräume innerhalb der Wittlicher Klinik hat: "So können Patienten, bei denen die BDZ-Ärzte einen Bedarf für eine weiterführende klinische Untersuchung und Behandlung sehen, umgehend in den Fachabteilungen der Klinik vorgestellt werden."
Mit der Bündelung des Bereitschaftsdienstes in Wittlich muss ein Teil der Patienten - nach Angaben der KV leben im Zuständigkeitsbereich der BDZ Wittlich 83 353 Einwohner - jedoch mit einem längeren Anreiseweg rechnen. Die Einwohner der Gemeinde Lötzbeuren fahren am weitesten: Sie müssen knapp 35 Kilometer zurücklegen. Die KV sieht darin kein Problem. Sie will mit dem neuen System die Belastung für die Mediziner verringern, den Kreis für sie wieder attraktiver machen und dem Ärztemangel entgegenwirken.
Finanziell müssen die Mediziner das neue System mittragen: Denn die Finanzierung der BDZ erfolgt laut Saurwein durch die Honorare für die Behandlung und über einen monatlichen Pflichtbetrag, den alle Vertragsärzte zahlen. Dieser betrage derzeit 3240 Euro im Jahr.Extra

Die BDZ Wittlich beim St. Elisabeth-Krankenhaus in der Koblenzer Straße 91 in Wittlich ist zu erreichen unter der Rufnummer 06571/1495030. Öffnungszeiten: Mittwoch, 14 Uhr, bis Donnerstag, 7 Uhr, und Freitag, 18 Uhr bis Montag, 7 Uhr. An Feiertagen vom Vorabend des Feiertages, 18 Uhr, bis zum Folgetage, 7 Uhr. Sonderöffnungszeiten: Allerheiligen, Donnerstag, 31. Oktober, 18 Uhr, bis Montag, 4. November, 7 Uhr. Weihnachten/Neujahr, Freitag, 20. Dezember, 18 Uhr, bis Donnerstag, 2. Januar, 7 Uhr. Bereitschaftsdienstzentralen gibt es in der Region außerdem in Bitburg, Prüm, Trier, Saarburg, Birkenfeld und Cochem. Nach Angaben der KV spielten bei der Festlegung der Versorgungsbereiche der BDZ die geografische Lage, beispielsweise Verbandsgemeindegrenzen, aber auch die Zahl der im jeweiligen Bereitschaftsdienstbereich zur Verfügung stehenden Ärzte eine Rolle. Patienten könnten aber eine beliebige BDZ aufsuchen. Das bedeutet: Jeder Patient kann in jede BDZ gehen, wenn er Hilfe braucht - egal, wo er herkommt. Lediglich Hausbesuche müssen bei der jeweils zuständigen BDZ angefordert werden. Welche Bereitschaftsdienstzentrale für sie zuständig ist, erfahren Patienten über die Online-Suche auf www.kv-rlp.de eib