Patrycja Murawska ist seit Jahresanfang hauptamtliche Jugendpflegerin der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach.

Gesellschaft : Die ersten Pflöcke sind schon eingerammt

Die Jugendpflegerin der VG Traben-Trarbach hat ihr Konzept erläutert.

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz: Einer neuen Regierung und wichtigen politischen Mandatsträgern werden 100 Tage zugestanden, um sich einzuarbeiten und erste Ergebnisse vorzulegen. Für  Patrycja Murawska, die erste Jugendpflegerin der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach, dürfte dies nicht gelten. Und wenn doch, dann hat sie sogar schon vorzeitig geliefert, denn sie erst seit dem 2. Januar, also noch nicht einmal 80 Tage, im Amt.

Leute kennenlernen und sich ein Bild von der Situation in den 16 Orten machen: Das prägt derzeit ihren Tagesablauf, erläutert die gebürtige Polin in der Sitzung des Verbandsgemeinderates in Lötzbeuren. 27 Jahre alt ist die Sozialpädagogin. Damit passt sie gerade noch in die Zielgruppe, mit der sie in Zukunft zusammenarbeiten will. Die Altersspanne geht von sechs bis 27 Jahren. Damit wird schon klar, dass sie ihr Programm für die derzeit 3252 Personen in dieser Altersklasse differenziert erstellen muss.

Acht Jugendräume gibt es bisher in der Verbandsgemeinde. Überall dort, wo weiterer Bedarf besteht, möchte Patrycja Murawska die Jugendlichen bei der Umsetzung beraten und begleiten. Gestalten sollen sie die Räume selbst.

Ein weiteres wichtiges Projekt: Ein Jugendparlament soll gewählt werden. „Die Strukturen sollen in diesem Jahr gelegt werden. Kommendes Jahr könnte es verwirklicht werden“, sagt Bürgermeister Marcus Heintel. Aber auch hier wird entscheidend sein, ob die jungen Leute solch eine eigene Vertretung wollen. „Mit einem Jugendparlament soll Demokratie werden und Eigenverantwortung gelernt werden“, sagt Patrycja Murawska.

Sie verspricht: „Jeder junge Mensch und jede Lebenssituation wird akzeptiert.“ Und sie bietet an, dass sie bei persönlichen Problemen jedweder Art als Gesprächspartnerin zur Verfügung stehe. Sie sichert dabei auch Vertraulichkeit zu. Niemand brauche Angst zu haben, dass sie das Gehörte zum Beispiel an Jugendamt oder Polizei weitertrage.

„Ich kann nicht überall sein“, räumt sie ein. Deshalb sei es auch wichtig, ehrenamtliche Helfer in den Orten zu haben. Sie zu finden, sei auch ein wichtiges Anliegen. Natürlich suche sie auch Kooperationen mit Schulen und Vereinen.

Man müsse Jugendlichen Halt und Heimat geben sowie ihre Bedürfnisse ernst nehmen, sagt sie. „Und Toleranz schaffen. Sie haben auch das Recht, mal auffällig zu sein.“ Patrycja Murawska hat bereits gemerkt, dass sie zum Teil dicke Bretter bohren muss. In einem Jugendraum sei sie zuerst als Person wahrgenommen worden, die in erster Linie kontrollieren wolle.

Marcus Heintel lobt die ersten Tage ihre Wirkens: „Sie war schon viel unterwegs und hat schon einige Pflöcke eingerammt“, sagt er.

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