Paybackkarte soll Kunden in Morbach halten.

Wirtschaft : Kontroverse um die Morbach Karte

Der Gewerbeverein will eine Payback-Karte einführen, um Kunden im Ort zu halten. Ausschussmitglieder kritisieren Beteiligung der Gemeinde an dem Projekt.

Dem Kunden soll der Einkauf in Morbach erleichtert werden – und er soll sogar dafür mit einem Punktesystem belohnt werden, durch das er bei einem weiteren Einkauf Geld sparen kann. Das ist der Grundgedanke der Morbach Karte, die der Gewerbeverein einführen will.

Dieses Vorhaben war Thema in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses der Einheitsgemeinde. Dieser Ausschuss berät über Beschlussvorlagen, über die in der folgenden Sitzung des Gemeinderates abgestimmt werden soll.

„Wir haben einen sehr regen Gewerbeverein in Morbach, der ein Alleinstellungsmerkmal einführen will. Kunden können Punkte sammeln und erhalten beim nächsten Einkauf Vergünstigungen,“ erklärt Bürgermeister Andreas Hackethal das Prinzip. Das sei buchstäbliche regionale Wertschöpfung. Das Projekt brauche aber auch Startkapital, so Hackethal. Dabei geht es um 21 000 Euro, die durch Sponsoren und Unterstützer finanziert werden sollen. Die Gemeinde soll dazu 6000 Euro als Zuschuss beisteuern. Außerdem sollen sich die drei Morbacher Museen, der Archäologiepark Belginum, das Holzmuseum und das Telefonmuseum daran beteiligen.

Zum verkaufsoffenen Sonntag unter dem Motto „Hunsrück trifft Mosel“ soll sie eingeführt werden, so Hackethal weiter. Jürgen Jakobs (CDU) regt an, auch das Schwimmbad mit einzubeziehen. Das sei bislang noch ausgeklammert. In jeder Einrichtung müsse auch ein Karten-Lesegerät (Kosten zirka 500 Euro) installiert werden.

Ausschussmitglied Thomas Jakobs merkt an, dass es „immerhin 6000 Euro“ seien, mit denen die Gemeinde in das System einsteige. Das sei in Anbetracht der übrigen Sponsoren eine hohe Summe. Hackethal begründet die Höhe der Summe damit, dass mit dem System der Standort Morbach gestärkt werde und die Mittel ohnehin aus der Wirtschaftsförderung stammten. Jakobs entgegnet: „Ich wollte ja nur wissen, warum wir als Vorreiter dabei sind.“ Das Thema wird in der nächsten Sitzung des Gemeinderates am Montag, 26. Februar, 18.30 Uhr, im Morbacher Rathaus besprochen und entschieden.

Ebenfalls kontrovers ist die Diskussion um die Anschaffung von Infrarotkameras für die Feuerwehren der Einheitsgemeinde. Feuerwehrchef Marco Knöppel erklärt, dass es inzwischen leichtere, portable Geräte gebe, deren Anschaffung sinnvoll sei.

Deren Finanzierung wurde bislang teilweise von den Fördervereinen übernommen, den übrigen Teil übernahm die Gemeinde. Daran stört sich  der  Beigeordnete Achim Zender. Er sieht  die Finanzierung solcher Geräte in dem Fall gefährdet, wenn  ein Förderverein das ablehnen würde. Zender: „Wenn das Gerät erforderlich ist, dann ist das anzuschaffen. Das darf nicht von einem Förderverein abhängen.“ Bürgermeister Hacke­thal entgegnet, dass dies bislang so vereinbart gewesen sei. Es wurde beschlossen, die Ausstattung der Wehre mit Wärmebildkameras in Zukunft in Abstimmung mit den Stützpunktwehren seitens der Gemeinde sicherzustellen. Die Finanierung soll im Nachtragshaushalt erfolgen.

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