Pelzige Frucht ergänzt fruchtigen Riesling

Noch ist es ein weiter Weg, doch die ersten Schritte sind getan. Ähnlich wie die Marille (Aprikose) in der österreichischen Weinbauregion Wachau soll der Rote Weinbergspfirsich an der Mosel ein unverwechselbares Zeichen regionaler Identität werden. Die Pflanzung und Pflege der uralten Kulturpflanze wird jetzt großzügig gefördert.

Bernkastel-Kues. Die Römer brachten den Pfirsich (prunus persica) zusammen mit der Weinrebe über die Alpen. Die Weinrebe und der Weinbergs-pfirsich sind demnach schon sehr alte und gute Nachbarn.

Rund 15 000 Bäume des Roten Weinbergspfirsichs gibt es mittlerweile an der Mosel, vor allem an der Untermosel. In den Kreisen Cochem-Zell und Mayen-Koblenz hat das Land im Rahmen eines vor zehn Jahren gestarteten Pilotprojekts den Anbau und die Vermarktung des Roten Weinbergspfirsichs mit 150 000 Euro gefördert. Jetzt kommt die ganze Mosel in den "rosaroten Genuss" - auch mit europäischen Fördermitteln.

Das Projekt Roter Weinbergs-pfirsich ist Bestandteil der Regionalinitiative Mosel (Dachmarke Mosel). Ziel: Die Frucht, bestens geeignet für die Herstellung von Edelbränden, Likören und Konfitüren, soll neben dem Wein zu einem Markenzeichen der Region werden.

Kürzlich informierte das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Mosel und Rheinhessen-Nahe-Hunsrück in Wintrich über das Förderprogramm "Paula" mit dem Programmteil "Vertragsnaturschutz Weinberg - Neuanlage Roter Weinbergspfirsich" (siehe nebenstehenden Artikel).

Der Rote Weinbergspfirsich, da sind sich die Initiatoren einig, hat viele Vorzüge. Regionale Produkte, Natürlichkeit und das "Außergewöhnliche" liegen im Trend, der Rote Weinbergs-pfirsich ist wegen seiner wertvollen Inhaltsstoffe sehr gesund und bietet einen unverwechselbaren Genuss. Und: Er steigert die Attraktivität des Moseltals. Um in den Genuss von Fördermitteln (Programm "Paula") zu gelangen, müssen unter anderem folgende Bedingungen erfüllt werden:

Auf den Flächen (es muss sich im Steil- oder Steilstlagen handeln) müssen im ersten Jahr mindestens 200 und maximal 400 Bäume pro Hektar gepflanzt werden. Der Baumabstand sollte mindestens fünf Meter betragen. Jährliche Schnittmaßnahmen sind durchzuführen. Es dürfen keine Mineraldünger eingesetzt werden, empfohlen wird Kompost, Stallmist, Hornspäne, Rizinusschrot, Maltarflor. Es dürfen keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Bei Bedarf können in Abstimmung mit dem Fachberater Pflanzenschutzmaßnahmen gegen die Kräuselkrankheit (zum Beispiel mit zehnprozentigem Branntweinessig) und die Spitzendürre durchgeführt werden. Die Fläche muss mindestens einmal im Jahr gemäht werden. Auf den Vertragsflächen dürfen keine sonstigen Nutzungen wie zum Beispiel Dung- oder Kompostlager durchgeführt werden. Auch ein allgemeiner Lagerplatz ist dort nicht zulässig.

Förderung: Die Vertragslaufzeit beträgt fünf Jahre und beginnt am 1. Januar 2010. Für 2010 müssen die Förderanträge bis zum 26. Juni 2009 bei der Kreisverwaltung gestellt werden.

Einmalig werden 18 Euro pro Baum gezahlt. Für die Pflege gibt es jedes Jahr 1,50 Euro pro Baum, maximal 600 Euro pro Hektar. Anträge können bei der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich, Untere Landwirtschaftsbehörde, Kurfürstenstraße 16, 54516 Wittlich, gestellt werden.

Weitere Informationen erteilt die Kreisverwaltung, Telefon 06571/14393 (Herr Neukirch), und das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Mosel, Telefon 06531/956136. Informationen im Internet unter www.pflanzenbau.rlp.de (sim)

Wie man die Förderung erhält

Farbe für die Mosel

Sicher: Es wäre schöner, wenn die vielen Weinbergsbrachen an den Moselhängen wieder mit Reben bepflanzt würden. Aber dieser Wunsch wird so schnell nicht in Erfüllung gehen. In die Kulturlandschaft Mosel passen die im Frühjahr rosarot blühenden Pfirsichbäumchen besser als wild wachsende Hecken und Büsche. Das große Geld ist mit dem Pfirsich allerdings nicht zu verdienen. Die Förderung von 18 Euro pro Baum und 1,50 Euro für die jährliche Pflege ist aber ein beachtlicher Anreiz. Blüht bald die Mosel im Frühjahr rosarot? Schön wär's. w.simon@volksfreund.de

Meinung

Farbe für die Mosel

Sicher: Es wäre schöner, wenn die vielen Weinbergsbrachen an den Moselhängen wieder mit Reben bepflanzt würden. Aber dieser Wunsch wird so schnell nicht in Erfüllung gehen. In die Kulturlandschaft Mosel passen die im Frühjahr rosarot blühenden Pfirsichbäumchen besser als wild wachsende Hecken und Büsche. Das große Geld ist mit dem Pfirsich allerdings nicht zu verdienen. Die Förderung von 18 Euro pro Baum und 1,50 Euro für die jährliche Pflege ist aber ein beachtlicher Anreiz. Blüht bald die Mosel im Frühjahr rosarot? Schön wär's. w.simon@volksfreund.de

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort