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Pendler sucht Passagier und umgekehrt

Pendler sucht Passagier und umgekehrt

Eine Mitfahrzentrale für den ländlichen Raum testet derzeit die Einheitsgemeinde Morbach. Unter www.mitfahren-morbach. de werden Personen, die eine Mitfahrgelegenheit suchen, zu Autofahrern vermittelt, die einmalige oder regelmäßige Fahrten anbieten.

Morbach. Ein Blick auf die aktuellen Spritpreise an den Tankstellen lässt viele Autofahrer blass werden. Die geforderte Mobilität in der Gesellschaft verlangt vor allem Pendlern, die ihr Auto benötigen, um zur Arbeit zu fahren, finanziell einiges ab. Das Ausweichen auf öffentliche Verkehrsmittel ist im ländlichen Raum oft nicht möglich.

Lösung für den ländlichen Raum


Eine Lösung könnte die neue Mitfahrzentrale der Gemeinde Morbach bieten. Auf der Homepage www.mitfahren-morbach.de können Pendler Mitfahrer suchen und sich mit diesen die Kosten für den Sprit teilen. Entwickelt hat das Konzept der Morbacher Lukas Chrzanowski-Vogel. Er hatte vor einiger Zeit bei bestehenden Mitfahrerbörsen nach einer Mitfahrgelegenheit nach Berlin gesucht.
Doch Morbach ist bei den bundesweit agierenden Agenturen als Start oder Ziel nicht berücksichtigt. "Ich hätte erst nach Trier oder Mainz fahren müssen", sagt er. Auch in seiner Verwandtschaft hatte jemand nach einer Mitfahrgelegenheit nach Trier gesucht.
Grund genug für Chrzanowski-Vogel im Rahmen seiner Bachelor-Abschlussarbeit nach einer praktikablen Lösung für den ländlichen Raum zu suchen. Mit Erfolg: Die Gemeinde Morbach hat sein Konzept übernommen und die Homepage zur Vermittlung von Fahrern und Mitfahrern zur Verfügung gestellt. Der Bedarf scheint da zu sein: Bereits eine Woche, nachdem die Internetseite im Netz ist, haben 16 Fahrer ihre Angebote veröffentlicht. 13 Personen suchen bereits eine Mitfahrgelegenheit.
Laut statistischem Landesamt pendeln 1647 sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer in die Einheitsgemeinde. 1846 Morbacher haben ihren Arbeitsplatz außerhalb der EG. Doch Chrzanowski-Vogel denkt schon weiter. Er hat sein Konzept der internetgestützten Mitfahrzentrale gerade an umliegende Verbandsgemeinden verschickt. Falls diese sich ebenfalls für das Konzept entscheiden, könnten die individuellen Internetangebote miteinander vernetzt werden.
"Sucht also jemand auf der Morbacher Homepage nach einer Mitfahrgelegenheit in eine andere Gemeinde, und auf der Homepage der anderen Gemeinde bietet das jemand an, dann könnten diese beiden Personen vermittelt werden", erklärt Vogel-Chrzanowski.
Steigender Bedarf


Auch Theo Gätz von der Morbacher Verwaltung rechnet mit einem steigenden Bedarf an Mitfahrgelegenheiten. Der einzige ausgeschilderte Mitfahrerparkplatz an der Hunsrückhöhenstraße bei Morbach sei immer gut belegt. "Bei uns haben schon immer mal Berufsschüler angefragt, ob wir jemand wüssten, der sie mitnehmen könnte", sagt er. Über die Touristinfo und im Mitteilungsblatt der Gemeinde habe man versucht, Mitfahrgelegenheiten zu vermitteln.
"Hier hat sich die Möglichkeit geboten, ein weiteres Angebot im Internet einzurichten", sagt Theo Gätz. cst